Samstag, 23. August 2014

Monsieur Claude und seine Töchter


Letzten Sonntag waren wir mal wieder im Kino. Dieses Mal in einem "Traditionskino", da wir uns gedacht haben: Einen französischen Film sollte man sich in einem französischen Kino ansehen. Das CINEMA PARIS gibt es schon ewig. Es wurde zwar ein wenig "aufgehübscht", aber es gibt z.B. keine nummerierten Sitzplätze. Demzufolge gab es kurz vor Beginn der Vorstellung ein wenig Unruhe durch die spät kommenden Kinobesucher, die nach einem Platz gesucht haben. Wir haben aber gut gesessen und die Kinosessel waren auch bequem. Leider war die Ton ein wenig zu leise, dadurch konnte man an einigen Stellen, an denen das ganze Kino gelacht hat, den Dialogen nicht richtig folgen.

Aber nun zum Film:

Claude und seine Frau Marie leben in der französischen „Provinz“ und haben 4 Töchter, die mittlerweile alle nach Paris gezogen sind. Dort haben die ältesten drei nacheinander einen Araber, einen Juden und einen Chinesen geheiratet. Das stellt für die recht konservativen Eltern einen Schock dar, zumal sie vollkommen in den „üblichen“ Vorurteilen gefangen sind. Feierlichkeiten wie die Beschneidung des kleinen Jungen aus der Ehe mit dem Juden erschweren ihr Befremden noch weiter.

Kurz bevor es zum völligen Auseinanderbrechen der Familie kommt, beschließt Marie, alle zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest in ihrem Hause einzuladen. Im Gegensatz zu ihrem Mann versucht sie, sich mit der „Globalisierung“ ihrer Familie zu arrangieren und richtet das Weihnachtsessen in drei verschiedenen Varianten, den Kulturen ihrer Schwiegersöhne angepaßt, aus. Da sich alle um Toleranz bemühen, wird es ein harmonisches Fest.

Für ihre jüngste Tochter haben sich Claude und Marie einen Nachbarssohn ausgeguckt, der ebenfalls über Weihnachten bei seiner Familie auftaucht. Nach einem verkrampften Besuch von diesem gesteht die jüngste Tochter, daß auch sie bereits Hochzeitspläne hat. Zur Freude der Eltern heißt der Bräutigam Charles (wie De Gaulle) und ist katholisch; da nehmen sie es auch ganz gelassen hin, daß er Schauspieler ist. Allerdings verschweigt die Tochter zunächst, daß ihr Liebster von der Elfenbeinküste kommt und „schwarz“ ist.

Die folgenden Verwicklungen, Katastrophen und Schwierigkeiten im Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen und dem Besuch der künftigen Schwiegereltern kann man sich ungefähr vorstellen.

Mir ist jedoch speziell eine Szene „hängengeblieben“:
Beim Weihnachtsfest hat sich Claude mit seinen Schwiegersöhnen zurückgezogen und die Männer kommen auf das Thema Fußball (obwohl Marie dieses Claude gegenüber als Tabu vorgegeben hatte). Claude deutet an, daß es ihm mißfällt, daß viele Spieler die Nationalhymne nicht kennen, da sie Migrationshintergrund haben. Doch bevor er mit seinen Ausführungen ins Detail gehen kann, fängt der arabischstämmige Schwiegersohn an die Marseillaise zu schmettern, nach und nach fallen die anderen beiden ein.

Diese Szene zeigt mir, daß es anscheinend nicht nur in Deutschland so ist, daß die Nationalspieler mit Migrationshintergrund bei der Nationalhymne stumm bleiben. (Die Aufzählung von Namen spare ich mir, da ja fast jeder von euch im Rahmen der WM bestimmt ein Spiel von Deutschland gesehen hat.)

Diesbezüglich geht es mir wie Claude: Ich finde das gar nicht gut!

 

Insgesamt war es ein Film, bei dem ich viel gelacht habe. Die Geschichte ist allerdings ziemlich vorhersehbar und von der Grundidee nicht wirklich etwas Neues. Auch bleiben die Schauspieler recht blaß und erfüllen einfach nur die vorgegebenen Klischees.

Fazit:

Der Film war nett und für einen amüsanten Nachmittag oder Abend im Kino kann ich ihn empfehlen. Ich vergebe eine gute 3 auf meiner Schulnotenskala.

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