08 November 2026

Die lit.Love 2026 – zwischen Bücherliebe, Autor*innen und kleinen Überraschungen

Es war mal wieder Zeit für ein Wochenende ganz im Zeichen der Bücher! Die lit.Love stand auf dem Programm und damit eine schöne Gelegenheit, bekannte Autor*innen zu treffen, neue Bücher zu entdecken und natürlich jede Menge Buchmenschen wiederzusehen.

Also hieß es: früh aufstehen, Koffer packen und ab in den Zug Richtung München.

Die Anreise – ein bisschen Bahnalltag muss sein

Mein Tag begann um 5.15 Uhr recht früh. Im Zug hatte ich ein Abteil ziemlich weit hinten erwischt, das erstaunlich gut gefüllt war. Die Bahnfahrt selbst verlief weitgehend entspannt, auch wenn ich offenbar vergessen hatte, wie wackelig es im Zug sein kann, wenn man versucht, etwas zu schreiben.

Für die Fahrt hatte ich mir nach längerer Zeit tatsächlich mal wieder zwei Zeitschriften als Zuglektüre gekauft. Eine schöne Abwechslung zum üblichen Blick aufs Handy!

Eine interessante Neuerung gab es für mich auch: In der ersten Klasse kann man inzwischen digitale Bestellungen aus dem Bordbistro aufgeben. Man lernt also auch auf einer eigentlich ganz normalen Zugfahrt noch etwas dazu.

Landschaftlich zeigte sich die Strecke zunächst ziemlich grau und neblig. Zwischen Erfurt und Nürnberg kam dann aber endlich die Sonne heraus. In Nürnberg wechselte der Zug noch einmal die Fahrtrichtung – und plötzlich saß ich ganz vorne.

Je näher wir München kamen, desto grauer wurde es allerdings wieder. Auch das Bahnhofsgelände in München präsentierte sich als eine einzige große Baustelle!

Nach der Ankunft ging es zunächst ins Hotel. Aufgrund des frühen Starts in den Tag gönnte ich mir dort am Nachmittag noch ein kleines Päuschen, bevor das Abendprogramm begann.

Der Auftakt am Freitagabend

Die Abendveranstaltung war für mich eine etwas gemischte Sache. Es gab durchaus interessante Momente und Gespräche, aber nicht alles konnte mich gleichermaßen überzeugen.

Sarah A. Parker ist in ihren Antworten immer ein wenig zu weit vom Thema abgekommen. Hinzu kam, dass sie nicht gerade ein Genre schreibt, das zu meinen Lesegewohnheiten gehört. Insofern hätte ich mir von der Interviewerin doch ein paar erklärende Worte auf deutsch gewünscht.

Auch E. L. James war Teil des Abends. Ihre Antworten lassen große Entertainerqualitäten erkennen. Besonders schön war, dass ihr Interviewpartner ganz andere Akzente setzte und das Publikum mitnahm. Überhaupt war es spannend, die unterschiedlichen Persönlichkeiten einmal live zu erleben und nicht nur aus Interviews oder von Buchcovern zu kennen.

Nach der Veranstaltung habe ich mir vorsichtshalber ein Taxi bestellt. Die meisten waren noch mit Signieren beschäftigt, und ehrlich gesagt hatte ich wenig Lust, zu später Stunde allein durch die Dunkelheit zum Hotel zu laufen.

Eine richtige Hotelbar gab es leider nicht mehr. So wurden es am Ende eine etwas pappige Brezel und ein Glas Rosé. Nicht unbedingt der glamouröseste Ausklang eines Bücherabends, aber manchmal muss man eben nehmen, was da ist.

Eine kurze Nacht und ein frühes Frühstück

Die Nacht im Hotel war leider nicht besonders erholsam. Die Matratze war mir zu hart, die Kissen wurden nach kurzer Zeit ziemlich platt und die Luft im Zimmer war ausgesprochen trocken. Das Fenster ließ sich leider auch nicht öffnen.

Entsprechend war ich am nächsten Morgen schon vor dem Wecker wach.

Um 6.45 Uhr ging es zum Frühstück – und ich war überrascht, wie viel dort zu dieser frühen Stunde bereits los war. Bei den warmen Speisen gab es allerdings noch Luft nach oben: Rührei, Rösti und Bohnen waren leider kalt. Dafür konnten die kleinen süßen Teilchen durchaus punkten.

Nach dem Frühstück wurde es dann endlich Zeit für das, weshalb ich eigentlich nach München gekommen war: Bücher, Autor*innen und die lit.Love!

Die lit.Love – unterschiedliche Gespräche, unterschiedliche Lesewelten

Was mir bei den Talkrunden besonders aufgefallen ist: Es gab doch sehr unterschiedliche Gesprächsrunden, die auch ganz verschiedene Lesekreise angesprochen haben. Das ist mir besonders aufgefallen bei "Beyond the Quest: Die Welt der Romantasy"

und "Faszination Neubeginn: Große Träume und der Mut, sie zu leben". Sowohl die Autorinnen, als auch das Publikum waren in der Mehrheit völlig andere Altersgruppen.


Aber genau das finde ich grundsätzlich schön an solchen Veranstaltungen. Die Buchwelt ist eben vielfältig, und nicht jede Geschichte spricht dieselben Leser*innen an.

Eine nette Abwechslung war das Romance-Bingo. Die Teilnahme und der Spaß waren groß.

Auch die Signierstunden gehörten natürlich wieder dazu. Die Signatur von Greta Milan ging erfreulich schnell – und war für mich auch die einzige des Tages.


Was mir außerdem auffiel: Insgesamt schien es weniger voll zu sein als bei früheren Veranstaltungen beziehungsweise als erwartet. Auch bei den verkauften Karten hatte ich den Eindruck, dass die Zahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein könnten. Das ist natürlich schade, denn solche Veranstaltungen leben schließlich auch von ihrem Publikum und der Begeisterung der Leser*innen.

In der Goodiebag fehlte für mich ein Buch. Das fand ich ein bisschen schade, denn gerade solche kleinen Extras gehören für mich zu einer Buchveranstaltung durchaus dazu.


Mein Fazit

Die lit.Love hatte wieder viele schöne Begegnungen und interessante Einblicke zu bieten. Besonders die unterschiedlichen Talkrunden und die Möglichkeit, Autor*innen einmal persönlich zu erleben, machen solche Veranstaltungen für mich aus.

Natürlich lief nicht alles perfekt: Die Anreise hatte ihre kleinen Tücken, das Hotel konnte mich nicht wirklich überzeugen und auch beim Frühstück war nicht alles so, wie man es sich wünscht.

Aber am Ende sind es eben genau diese kleinen Geschichten am Rande, die ein Wochenende in Erinnerung bleiben lassen.

Und mal ehrlich: Wenn man mit neuen Eindrücken, der erhofften Signatur und vielen Gedanken rund um Bücher nach Hause fährt, war es doch wieder ein Wochenende, das sich gelohnt hat.

Bis zum nächsten Mal, lit.Love!

04 November 2026

Die Babysitterin - Pass gut auf sie auf

• Autor*in: Maddie Silver
• Verlag: One
• Erscheinungsdatum: 02.11.2026
• Format: E-Book
• Seiten: 416
• Preis: EUR 9,99

Ich habe das E-Book vorab als Rezensionsexemplar über NetGalley erhalten; daher [WERBUNG].
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Wie jedes Jahr verbringt Anabel Thanksgiving mit ihrer Tante auf Martha’s Vineyard. Doch dieser Herbst verspricht anders zu werden. Eine zugezogene reiche Familie sucht eine Babysitterin, perfekt für Anabel, die gerade für ihr Kunststudium spart. Schon bei ihrer Ankunft fallen ihr allerdings eigenartige Dinge auf: Die Luxusvilla hat kein Klingelschild, dafür aber ein ausgeklügeltes Überwachungssystem. Und kaum ist Anabel mit der kleinen Eden allein, fängt dieses System an, verrücktzuspielen. Es zeigt ihr immer wieder Aufnahmen von einem Schatten im Garten - doch draußen ist nichts zu sehen. Und das ist nur der Anfang eines Wochenendes, das viele böse Überraschungen für Anabel bereithält ...


Meine Meinung:

• Das Cover ist aufgrund der Gestaltung ein echter Hingucker. Auch wenn ich im Nachhinein festgestellt habe, dass das abgebildete Haus nicht mit der Beschreibung im Buch übereinstimmt.

• Die Story wird durchgehend von Anabel, der Babysitterin, erzählt. Somit haben die Leser:innen keinen Wissensvorsprung.

• Zu Beginn habe ich mich mit dem Buch ein wenig schwergetan, da vieles bis ins kleinste Detail beschrieben wurde. Das war mir stellenweise einfach zu viel und hat mir leider auch einige der „gruseligen“ Momente kaputtgemacht, weil mir dadurch die Spannung verloren ging.

• Im weiteren Verlauf wurde es dann aber doch zunehmend beklemmend, und die Atmosphäre konnte mich mehr und mehr packen.

• Mit dem Ende war ich allerdings nicht ganz glücklich. Für die vielen Informationen, die dort noch verarbeitet wurden, ging mir alles etwas zu schnell. Da hätte ich mir mehr Zeit für die Auflösung gewünscht.

• FAZIT: Das Buch hatte für mich sowohl spannende Momente als auch einige Längen. Trotz meiner Kritikpunkte denke ich aber, dass es sich zu lesen lohnt.

31 Oktober 2026

Im Oktober

... habe ich die Anzahl meiner gelesenen Bücher nochmals erhöht. Das lag aber auch daran, dass ich eine Trilogie gelesen habe, deren Bücher je nur knapp 100 Seiten hatten.

Langer Rede - kurzer Sinn, dies sind meine 10 Oktoberbücher:
"Flowers for Rose" von Poppy J. Anderson habe ich bereits rezensiert

Auch zu "Nicht ein Wort" von Brad Parks habe ich meine Meinung bereits geschrieben.

"Cruel Noblesse - Vision der Schatten" von Greta Milán habe ich hier rezensiert.

"Eine Hexe zum Verlieben" von Kristina Günak wollte ich schon seit längerer Zeit lesen. Es hat mir gut gefallen und ich werde zu gegebener Zeit sicher auch die weiteren Bände lesen.

Über "Hearts on Ice" von Poppy J. Anderson bin ich eher durch Zufall gestolpert, musste nach dem ersten Buch aber auch die weiteren zwei der Kurz-Trilogie lesen.

"Written into my Heart" von Saskia Louis hat mich durchweg begeistert, wie Ihr hier nachlesen könnt.

Leider bin ich "Monsieur le Comte und die Kunst der Entführung" von Pierre Martin nicht ganz warm geworden.

"Frau Boomer badet nackt" von Tanja Samson hat mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.


Darüberhinaus habe ich auch folgende zwei Bücher abgebrochen:
"Falling for Pumpkin Spice" von Mira Frey hatte zwar ein paar slapstickartige Momente zum Lachen, aber insgesamt war es mir zu langatmig und irgendwie kam mir alles aus anderen Geschichten bekannt vor.
"When shadows darken the sun" von Nina Schilling war mir zu sehr Fantasy und eher auf einen jüngeren Leserkreis angelegt.

27 Oktober 2026

Frau Boomer badet nackt

• Autor*in: Tanja Samson
• Verlag: Hansanord
• Erscheinungsdatum: 01.07.2026
• Format: kartoniert
• Seiten: 240
• PreisEUR 18,00

Ich habe mir das Buch selbst gekauft.
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Vera Pohlmann, Anfang fünfzig, mag sich gerade selbst nicht mehr. Ihre Kamera im Online-Meeting muss den Alterungsfilter aktiviert haben – über Nacht scheinen ihre Gesichtskonturen erschlafft. Allein ihr Körpergewicht zeigt einen Aufwärtstrend.
Während Tochter Flora spritzig mit Schönheitsbehandlungen experimentiert und ihrer Mutter zu Hormoncocktails rät, versucht Vera zu akzeptieren, dass mit ihren Kindern die eigene Jugendlichkeit ausgezogen ist. Neue Perspektiven müssen her! Als ihr gleichaltriger Arbeitskollege plötzlich einem Herzinfarkt erliegt, fasst Vera einen Plan. Wenn schon alt werden, dann bitte schlank und gesund! Sie will ihren Körper in Sachen Fitness und Ernährung auf ein neues Level upgraden. Schließlich liegt Longevity längst im Trend. In ihrer jungen Praktikantin Melissa findet sie eine Verbündete in Sachen Selbstoptimierung, nur ihr Mann Ferdi zieht bei ihrer Challenge „Perfekt altern“ nicht mit …
Ein feelgood-Roman über die große Frage in der Lebensmitte: Wie schaffen wir es, loszulassen und gelassen zu altern?



Meine Meinung:

• Das Cover ist schlicht, aber bringt den Titel bildlich auf den Punkt.

• Schön kurze Kapitel, ein herrlich lebensnaher Schreibstil und jede Menge Stellen, bei denen ich grinsen musste! Ich finde es erstaunlich, wie die Autorin die manchmal doch ernüchternde Realität so charmant verpackt.

• Ich habe so viele Stellen markiert wie vermutlich noch nie bei einem Buch. Tanja Samson hat eine tolle Beobachtungsgabe und schafft es, alltägliche Situationen und Gedanken treffend zu Papier zu bringen. Hier merkt man, dass sie im Personalbereich arbeitet.

• Vieles wirkt unglaublich echt und realistisch. An einigen Stellen habe ich mich selbst wiedererkannt, zum Beispiel hier:
„… Ihre eigenen, so verhassten kleinen Knitterfältchen um die Lippen …“
Tja, manchmal hält einem ein Buch eben ganz charmant den Spiegel vor.

• Auch die Unterschiede zwischen den Generationen im Hinblick auf das Leben werden gut herausgearbeitet, ohne übertrieben oder aufgesetzt zu wirken.

• Ein weiteres Zitat, das ich unbedingt festhalten möchte:
„… Lass uns eine Nacht darüber schlafen, schlug Ferdi vor. Davon geht das Problem auch nicht weg, dachte Vera, doch sie nickte. …“

• FAZIT: Ein wunderbar lebensnahes Buch, das mich oft zum Schmunzeln gebracht hat und in dem ich mich an einigen Stellen selbst wiedergefunden habe. Ich kann das Buch generationenübergreifend nur weiterempfehlen!

22 Oktober 2026

Written into my Heart

• Autor*in: Saskia Louis
• Verlag: Ravensburger
• Erscheinungsdatum: 30.06.2026
• Format: E-Book
• Seiten: 448
• Preis: EUR 12,99

Ich habe mir das E-Book selbst gekauft.
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Er: Top-Journalist.
Sie: Horoskop-Schreiberin.
Eine Zeitungsredaktion, in der die Funken fliegen. Stella schreibt Horoskope für die Lokalzeitung von Sunset Cove, hat aber selbst keinen Plan vom Leben - außer, dass sie mit ihrem Freund Bryan alt werden will. Doch der legt wegen eines Tipps von Dr. Love, der anonymen Liebeskolumne der Sunset Gazette, eine Beziehungspause ein. Dr. Love entpuppt sich als Rowan, Stellas miesepetriger Redaktionskollege. Um Bryan zurückzugewinnen, zieht sie bei ihm ein und schmiedet Pläne. Doch je näher sie sich kommen, desto mehr gerät Stellas Herz ins Wanken . . .



Meine Meinung:

• Das Cover konzentriert sich aufs Wesentliche, ich finde es jedoch nicht sehr überzeugend.

• Ich habe schon einige Bücher von Saskia Louis gelesen, aber ich bin immer wieder erstaunt, dass sie es tatsächlich schafft, beim Humor noch eine Schippe draufzulegen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und hatte beim Lesen unglaublich viel Spaß.

• Auch die Protagonisten sind mir richtig sympathisch und haben es mir leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen.

• Der Schreibstil ist wieder herrlich lebensnah und der Humor trifft bei mir einfach genau ins Schwarze. Ich würde sogar sagen, dass Saskia Louis die Screwball-Komödie auf ein neues Niveau gehoben hat.

• Ich habe mir so viele Stellen markiert, dass es mir schwer fiel, zu entscheiden, welches Zitat ich hier für die Rezension auswählen soll. Entschieden habe ich mich letztendlich für:
„… Ich hasse es, wenn Leute fragen, ob sie mich was fragen dürfen. Denn dann hätten sie mich eigentlich auch fragen müssen, ob sie mich fragen dürfen, ob sie mich was fragen dürfen. …“
Das ist so schön verschachtelt, dass ich es mehrfach lesen musste.

• FAZIT: Eine absolute Leseempfehlung für alle, die romantische Komödien lieben und beim Lesen nicht nur schmunzeln, sondern auch herzhaft lachen wollen. Saskia Louis hat mich hier wieder voll abgeholt!

18 Oktober 2026

Monsieur le Comte und die Kunst der Entführung

• Autor*in: Pierre Martin
• Verlag: Droemer Knaur
• Erscheinungsdatum: 03.11.2025
• Format: Paperback
• Seiten: 384
• Preis: EUR 16,99

Ich habe das Buch Anfang des Jahres bei einem Gewinnspiel des Verlags gewonnen.
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Lucien Comte de Chacarasse genießt das Leben an der Côte d’Azur in vollen Zügen: azurblaues Wasser, provenzalische Köstlichkeiten und die Leichtigkeit des Sommers. Doch dann überbringt seine Onkel Edmond einen neuen Mordauftrag. Das Opfer, ein schwerreicher Argentinier, lebt auf Sardinien. Und der Mann soll unbedingt vor seiner deutlich älteren Frau das Zeitliche segnen. Warum, will Edmond nicht verraten. Notgedrungen reist Lucien auf die italienische Mittelmeerinsel. Während er sein Opfer ausspioniert, hat er eine geniale Idee: Er inszeniert eine Entführung – und geht im letzten Moment dazwischen. Der geschockte Argentinier ist Lucien so dankbar, dass er ihn als Leibwächter einstellt. Jetzt muss der junge Comte nur noch ein Familiengeheimnis aufdecken und einen Weg finden, seinen Auftrag zu erfüllen, ohne jemanden zu töten …
Zurück im südfranzösischen Nizza gerät Lucien dann von allen Seiten in die Schusslinie. Eine junge Frau trachtet ihm nach dem Leben – eine völlig ungewohnte Situation für Lucien, den Auftragsmörder wider Willen. Er trifft eine kreative Entscheidung...



Meine Meinung:

• Es handelt sich um den dritten Band der Reihe. Band 1 kenne ich bereits, konnte mich damals aber nicht ganz für sich gewinnen. Trotzdem war ich neugierig, wie mir dieser Teil gefallen würde.

• Das Cover ähnelt den bisherigen Büchern und hat daher großen Wiedererkennungswert.

• Zu Beginn las sich das Buch recht fluffig und brachte für mich ein schönes französisches Savoir-vivre rüber. Das mochte ich gern und bin gut in die Geschichte gestartet.

• Etwa ab der Hälfte machten sich dann allerdings einige Längen bemerkbar. Auch manche Handlungsstränge empfand ich als unnötig, sodass mich das Geschehen nicht durchgehend fesseln konnte.

• Ich fand die beiden weiblichen Nebenfiguren, Francine und Rosalie, prägnanter als die titelgebende Hauptperson. Sie sind mir tatsächlich mehr im Gedächtnis geblieben als Monsieur le Comte selbst.

• FAZIT: Ein netter Roman für zwischendurch, der mich aber nicht durchgehend überzeugen konnte. Da mich schon Band 1 nicht ganz abgeholt hat und auch dieser Teil seine Längen hatte, glaube ich nicht, dass die Reihe noch richtig etwas für mich wird.

12 Oktober 2026

Cruel Noblesse - Vision der Schatten

• Autor*in: Greta Milán
• Verlag: Penguin
• Erscheinungsdatum: 30.09.2026
• Format: Paperback
• Seiten: 560
• Preis: EUR 17,00

Ich habe mir das Buch kurz nach Erscheinungstermin bestellt, da ich natürlich wissen wollte, wie alles endet.
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Schattenmagier Taegan de Vellier glaubt an Gerechtigkeit. Doch weil der Pariser Adel wenig Wert auf diese Tugend legt, ist er im Gefängnis gelandet – und er sitzt nicht allein in den dunklen Kerkern fest. In der Nachbarzelle wird die Seherin Vivienne de Nevue gefangen gehalten. Seit einer schicksalhaften Vision ist sie ständiger Folter und Isolation ausgesetzt. Taegan gelingt es, ihre Lebensgeister zu wecken, und obwohl sie sich nicht sehen können, entwickeln sie Gefühle füreinander. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die beiden noch nicht, welchen Gefahren sie sich bald stellen müssen. Gefahren, die nicht nur sie, sondern die gesamte Aristokratie in den Abgrund stürzen könnten ...


Meine Meinung:

• Es ist der dritte Band der Cruel Noblesse – Reihe und man sollte die Vorgängerbücher kennen. Ich habe mich auch hier sofort wieder in der Welt der magischen Aristokratie zurechtgefunden. Es war schön, in diese Welt zurückzukehren.

• Interessant fand ich die Tatsache, wie nahe sich Vivienne und Taegan kommen, ohne einander sehen zu können. Allerdings tut sich zwischen ihnen eine gewisse Schieflage auf, da Vivienne im Gegensatz zu Taegan vieles für sich behält.

• Die Folterungen, denen die beiden ausgesetzt sind, wurden sehr bildhaft, aber gleichzeitig auch behutsam beschrieben. So konnte man sich die Grausamkeiten gut vorstellen, ohne dass die Beschreibungen unnötig ausgeschmückt wirkten.

• Diese zwei Zitate von Vivienne enthalten so viel Aktualität, dass ich sie hier wiedergeben muss:
„… Gewalt kann niemals die Antwort auf Gewalt sein. Das ging in keiner Zukunft, die ich je gesehen habe, gut. …“
„… Wenn ich nach meinem Verständnis von Recht und Unrecht morde, was macht mich dann besser als die Tyrannen, die die Pariser Aristokratie aktuell anführen? ...“


• FAZIT: Für mich ist Vision der Schatten ein würdiger Abschluss der Reihe mit einem grandiosen Finale! Und jetzt freue ich mich darauf, alle drei Bände mit ihren wunderschönen Buchschnitten in meinem Regal stehen zu haben. Optisch sind sie wirklich ein Hingucker!

• SPOILER: Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht, ob Greta Milan die Tür zu dieser Welt wirklich endgültig geschlossen hat. Wenn ich die letzten Worte im Epilog richtig deute, könnte sie sich ein kleines Fenster für eine Fortsetzung offengehalten haben. Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt.

07 Oktober 2026

Nicht ein Wort

• Autor*in: Brad Parks
• Übersetzung: Irene Eisenhut
• Verlag: Fischer
• Erscheinungsdatum: 22.02.2018
• Format: Paperback
• Seiten: 496
• Preis: EUR 14,99

Nachdem ich 2018 im Büchermagazin auf das Buch aufmerksam wurde, habe ich es mir 2020 schließlich gebraucht gekauft. Allerdings ist es dann bis dato in meinem SuB versauert.
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Es hätte ein normaler Mittwochnachmittag werden sollen, an dem Bundesrichter Scott Sampson seine beiden Kinder Sam und Emma zum Schwimmen begleiten würde. Doch dann erreicht ihn eine SMS seiner Frau, die besagt, dass sie die beiden von der Schule abholt.
Als Alison später nach Hause kommt, sind die Kinder nicht bei ihr. Und sie hat auch keine SMS geschrieben.
Stattdessen klingelt das Telefon. „Ihre Kinder sind in unserer Gewalt!“ sagt eine Stimme. Wenn Scott sie wiedersehen will, hat er genaue Instruktionen in einem Drogenfall zu befolgen, der am nächsten Tag verhandelt werden soll.
Plötzlich steht das Schicksal seiner gesamten Familie auf dem Spiel, und Scott Sampson muss die schwerste Entscheidung seines Lebens treffen: Wird er Recht sprechen oder seine Familie retten?
Ein unglaublich aufwühlender und intensiver Thriller, der jedem Leser unter die Haut geht.



Meine Meinung:

• Das Cover erinnert mich doch sehr an die Bücher von Harlan Coben.

• Die Handlung wird überwiegend aus der Sicht von Richter Sampson erzählt. So bekommen die Leser auch nur seine Gedanken, Vermutungen und Schlussfolgerungen mit. Die kleinen Momente, in denen man etwas über den Täter erfährt, werden dagegen von einem neutralen Beobachter erzählt. Diesen Ansatz fand ich durchaus spannend.

• Die Grundidee des Buches fand ich interessant und sie hat mich zunächst auch neugierig gemacht. Es gab mehrere Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Gerade diese haben mich immer wieder bei der Stange gehalten und dafür gesorgt, dass ich wissen wollte, wie alles zusammenhängt. Allerdings konnte mich das Ende nicht wirklich überzeugen.

• Leider hatte das Buch aber auch deutliche Längen. Schon ungefähr ab dem ersten Drittel sind mir die teilweise sehr ausführlichen Erklärungen zum amerikanischen Gerichtswesen aufgefallen. Später kamen noch längere Ausführungen zu politischen Themen dazu. Das war mir irgendwann einfach zu viel und hat den Lesefluss ziemlich gebremst. Deshalb habe ich immer öfter mehrere Seiten nur überflogen. Abgebrochen habe ich trotzdem nicht, weil mich die Auflösung interessiert hat.

• Folgende interessante Stelle möchte ich noch zitieren:
„… Offensichtlich kannte sie jenen Teil der Wald-und-Wiesen-Psychologie, der besagte, dass Menschen mit einem großen, offenen Raum im Hintergrund mächtiger erschienen als Menschen, die vor einer Wand saßen. ...“

• FAZIT: Ich bin etwas zwiegespalten. Die überraschenden Wendungen haben mir gefallen, aber die vielen langatmigen Passagen haben mir das Lesen zunehmend schwer gemacht. Ich kann somit keine eindeutige Leseempfehlung aussprechen.

03 Oktober 2026

Flowers for Rose

• Autor*in: Poppy J. Anderson
• Verlag: Self Publishing
• Erscheinungsdatum: 25.09.2026
• Format: E-Book
• Seiten: 412
• Preis: EUR 3,99

Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Rose Buchanan glaubt nicht an die große Liebe. Sie glaubt an guten Sex, klare Regeln und Männer, die vor dem Frühstück verschwunden sind. Statt einer Beziehung will sie Freiheit, Unabhängigkeit und vor allem eines: ihr Leben genießen.
Da kommt Gabe Ashford gerade recht. Er ist gutaussehend, Musiker, mindestens genauso freiheitsliebend wie Rose – und nur auf der Durchreise in London. Schon bald soll sein nächstes Abenteuer in Südamerika beginnen.
Perfekte Voraussetzungen also für eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen.
Keine Verpflichtungen. Keine Zukunft. Kein Drama. Keine Gefühle.
Zumindest war das der Plan.
Aber je näher Gabes Abreise rückt, desto schwieriger wird es für Rose, sich daran zu erinnern, warum sie eigentlich so verdammt froh sein sollte, ihn bald wieder loszuwerden.
Denn Rose weiß aus schmerzhafter Erfahrung, dass man manchmal mehr verlieren kann als nur sein Herz.



Meine Meinung:

• Das Buch ist der vierte Band der Reihe und knüpft -auch hinsichtlich des Covers- an die drei Vorgänger an. Deshalb würde ich die Bücher auf jeden Fall in der richtigen Reihenfolge lesen. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man die Charaktere und ihre Biografien schon kennt.

• Der flüssig zu lesende Schreibstil zusammen mit der Kenntnis der vorherigen Geschichten hat es mir leicht gemacht, wieder in das Geschehen um „Hyacinths Garden“ einzutauchen.

• Bei Rose war schon vorher klar, dass es in ihrem Band etwas mehr Spice geben würde. Das hat mich daher nicht überrascht und wurde passend umgesetzt.

• Ein Highlight war für mich Gabes italienische Familie. Durch sie kommt noch einmal eine ganz eigene Dynamik in die Geschichte. Schön fand ich auch, dass einige italienische Gespräche nicht übersetzt wurden. Da ich selbst Italienisch kann, hat mir dieses kleine Detail besonders gut gefallen.

• In diesem Zusammenhang habe ich folgendes Zitat ausgewählt:
„… Da sein Italienisch ziemlich scheiße war, versuchte Gabe gar nicht erst, das Gespräch der beiden zu verstehen …“

• FAZIT: Ich habe Rose und Gabe wirklich gerne begleitet. Gerade die Mischung aus ihrer Lovestory, der italienischen Familie und den bekannten Charakteren aus den vorherigen Bänden hat mir sehr gefallen. Daher kann ich das Buch nur weiterempfehlen.

01 Oktober 2026

Der September

... war lesetechnisch ein voller Erfolg. Es sind diese 9 (!) Bücher geworden:
Begonnen habe ich nach längerer Zeit mal wieder mit einem Thriller, nämlich "Das Signal" von Ursula Poznanski - meine Rezension findet Ihr HIER

Mit "Where the waves rise higher" von Kathinka Engel habe ich ein Buch aus meinem SuB befreit, das bereits seit Februar 2023 dort schlummerte. Es hat mir gut gefallen, auch wenn ich das Ende ein wenig kitschig fand. Wie ich festgestellt habe, ist es Band 2 einer Reihe. Dass ich den ersten Band nicht kannte, hat aber nicht gestört.

"Ich will dies, das und Dich" von Saskia Louis habe ich mir für "zwischendurch" ausgeliehen, da ich unbedingt noch eine Prise von dem herrlichen Humor der Autorin brauchte.

"Royal Lies" von Lena Kiefer ist der Abschlußband der Trilogie, auf dessen Erscheinungstermin ich nach dem Cliffhanger in Band 2 sehr hingefiebert hatte. Das Buch war gut, hat für mich aber nicht die Intensität von Band 2 erreicht.

"The Iced Caramel Coffee Agreement" von Kyra Groh ist Band 2 der Reihe aus Lower Whilby und punktet durch den Wiedererkennungswert der Protagonisten.

Mit "Where Colors die" hat Saskia Louis bewiesen, dass sie auch im Fantasybereich ihren Humor einbringen kann. Leider muss ich jetzt bis April 2027 warten, um zu erfahren, wie es mit Yara und Jareth weitergeht.

"The Peppermint Hot Chocolate Dilemma" von Kyra Groh habe ich hier bereits rezensiert.