Freitag, 28. Juni 2019

Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt

… von Susanne Rößner ist am 02.05.2019 im Piper Verlag erschienen, hat 352 Seiten und kostet als Taschenbuch EUR 10,00 bzw. als E-Book EUR 8,99. Ich habe das E-Book über NetGalley als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Eigentlich müsste Anna glücklich sein. Sie hat einen tollen Job, lebt mit ihrem Freund Lars in einer schönen Münchner Wohnung und jetzt hat er ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht. Nur … warum fühlt sich das alles auf einmal so falsch an? Kurzerhand nimmt Anna eine Auszeit und fährt nach Italien. Dort nimmt sie spontan eine Aushilfsstelle auf dem Weingut der Familie Endrici an und beginnt auf einmal lockerer zu werden. Doch dann taucht Lars dort auf …

Meine Meinung:
Sehr lebensnah und nachvollziehbar beschreibt die Autorin Annas Dilemma. Ich konnte mich sofort in die Protagonistin hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal schütteln wollte.
Sicher kann nicht jeder spontan eine Auszeit im Job nehmen, aber Annas Reise nach Italien macht aus diesem „Frauenroman“ gleichzeitig noch einen „Urlaubsroman“. Die Schilderungen aus „Bella Italia“ sind einfach wunderbar und sehr realistisch. Überhaupt: mit Italien, Wein und dem Trentino kann doch eigentlich nur eine gute Geschichte herauskommen.
Ganz bezaubernd finde ich, dass der Roman in weiten Teilen auf echten Personen beruht, wie die Autorin am Ende des Buches verrät.
Fazit: ein Wohlfühl-Sommer-Frauenroman, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann
Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 3+.

Dienstag, 25. Juni 2019

Nur eine Prise Mord

… von Tanja Griesel ist im Oktober 2017 als E-Book bei dotbooks erschienen, hat 242 Seiten und kostet aktuell EUR 0,99. Es handelt sich hierbei um eine überarbeitete Neuauflage des Buches „Rothard“ von 2010 aus dem Verlag Hoffmann und Campe. Ich habe das E-Book vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Maxie Kaiser hat es geschafft, in ihrem Heimatdorf Rothard ein Gourmetrestaurant zu eröffnen. Das gefällt vielen Dorfbewohnern jedoch nicht. Als dann bekannt wird, dass ihr Restaurant in einer Fernsehshow des bekannten Kritikers Rolf Bauer vorgestellt werden soll, eskaliert die Situation …

Meine Meinung:
Die Titel der einzelnen Kapitel stellen eine Menü-Abfolge dar und jedes Kapitel beginnt mit einem entsprechenden Rezept. Das hat mir gut gefallen und meist Appetit gemacht. Überhaupt dreht sich im Buch viel ums Essen.
Auch die Beschreibungen des Dorfes und seiner, sagen wir mal, schrulligen Bewohner sind wirklich gut ausgearbeitet.
Allerdings fand ich es dem Lesefluss abträglich, dass sehr viel zwischen verschiedenen Sichtweisen und Zeitebenen hin- und hergesprungen wurde. Mir ist an so mancher Stelle dadurch Hintergrundwissen verloren gegangen, denn irgendwann habe ich es aufgegeben zurückzublättern.
Fazit: ein interessanter Ansatz, mit jedoch ein wenig unglücklicher Umsetzung
Auf meiner Schulnoten-Skala kann ich diesmal nur eine 4 vergeben.

Samstag, 22. Juni 2019

In ewiger Schuld

… von Harlan Coben (Übersetzung Gunnar Kwisinski) ist am 18.02.2019 als Taschenbuch bei Goldmann erschienen, hat 414 Seiten und kostet EUR 9,99. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über das Randomhouse Bloggerportal erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Maya, ehemalige Militärpilotin, zweifelt an ihrem Verstand, als sie auf ihrer Nanny-Cam sieht, wie ihre kleine Tochter mit ihrem Vater spielt. Doch Mayas Ehemann Joe wurde kürzlich ermordet. Sie beschließt daraufhin, den genauen Vorfällen, die zum Tod ihres Mannes geführt haben, auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss sie sich nicht nur ihrer eigenen Vergangenheit stellen, sondern auch in der von Joes schwerreicher Familie recherchieren …

Leseprobe

Meine Meinung:
Wie bereits die anderen Bücher, die ich von diesem Autor gelesen habe, beginnt die Geschichte zunächst recht unspektakulär, was sich jedoch schnell ändert. So gibt es immer wieder Stellen im Buch, die eine ganz alltägliche Situation schildern, aber dann irgendwie „aus dem Ruder laufen“.
Coben schafft es, die Spannung durch immer wieder neue Fährten zu steigern. Immer, wenn ich als Leser dachte, ein wenig durchatmen zu können, kam die nächste Überraschung.
Obwohl das Setting dieses Mal doch sehr „amerikanisch“ daherkommt, trifft der Autor mit den beschriebenen Problemfeldern im Kern m.E. den Nerv der Zeit.
Zwei Stellen aus dem Buch möchte ich noch zitieren. Da wäre zum einen folgende, in der sich wohl viele Leser wiedererkennen:
… dann öffnete sie ihre „Kabel-Schublade“. Wie die meisten Menschen, die sie kannte, warf Maya nie ein Netzgerät weg. Die Schublade war übervoll …
Und dann habe ich mich an dieser Stelle gefreut:
… Er setzte sich in einen Sessel in der Ecke, zog den neuen Roman von Anna Quindlen aus der Tasche und fing an zu lesen. …
Denn auch bei mir liegt ein Buch von Anna Quindlen und wartet darauf gelesen zu werden.
Fazit: ein, wie ich finde, typisches Harlan-Coben-Buch: spannend, atmosphärisch dicht, unblutig und mit einem unerwarteten Ende
Daher kann es nur wieder eine 1 auf meiner Schulnoten-Skala geben.

Dienstag, 18. Juni 2019

Einer wird sterben

… von Wiebke Lorenz ist am 21.01.2019 als Taschenbuch im Verlag Fischer Scherz erschienen und gleich auf meine Wunschliste gewandert. Das Buch hat 345 Seiten und kostet EUR 14,99. Ich habe es dann im April d.J. erworben, da mir schon der vorherige Psychothriller ("Bald ruhest Du auch") dieser Autorin äußerst gut gefallen hat.


Zum Inhalt:
Stella ist allein zuhause, ihr Ehemann Paul ist als Pilot am anderen Ende der Welt unterwegs. Da bemerkt sie eines Tages ein Auto, das gegenüber von ihrem Haus parkt. Die zwei Personen darin scheinen sich nicht zu bewegen, sitzen einfach da. Tagelang steht das Auto da und beunruhigt die Anwohner der ruhigen Wohnstraße. Vor allem Stella wird nervös und denkt an eine Unfallnacht vor sechs Jahren …

Eine Leseprobe findet Ihr auf der Verlagsseite.

Meine Meinung:
Wie schon bei meinem ersten Buch von Wiebke Lorenz hat mich die von Beginn an vorhandene unterschwellige Spannung gefesselt und zugleich verwirrt. Aufgrund des Prologes hatte ich so einige Ideen, worauf die Geschichte hinausläuft. Aber die Autorin hat mich als Leser mehrfach auf eine falsche Spur geschickt. So war ich mir mit Fortschreiten der Story über die eigentliche Intention der Protagonisten völlig im Unklaren.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn an ein paar Stellen für meinen Geschmack zu viele nebensächliche Details beschrieben werden.
Das Ende kam für mich überraschend und war anders als ich erwartet hatte.
Fazit: ein relativ unblutiger Thriller, den es sich zu lesen lohnt
Ich vergebe auf meiner Schulnoten-Skala eine 2.

Schaut doch auch mal bei Jenny vorbei, die das Buch ebenfalls rezensiert hat.

Montag, 10. Juni 2019

Blind

… von Christine Brand ist am 04.03.2019 als Taschenbuch bei Blanvalet erschienen, hat 443 Seiten und kostet EUR 15,00. Ich habe das Buch nach einer Lesung auf der LBM 2019 signiert erworben.


Zum Inhalt:
Nathaniel ist blind. Durch eine App, die anonym Blinde mit Sehenden verbindet, kann er u.a. Kleidungsstücke auswählen (lassen). Gerade als er auf diese Weise mit einer Frau telefoniert, hört er einen Schrei und die Verbindung wird abgebrochen. Er ist sicher, dass der Frau etwas zugestoßen ist, aber weder die App-Betreiber noch die Polizei nehmen ihn ernst. Da ihm die Angelegenheit keine Ruhe lässt, versucht er selbst zusammen mit einer befreundeten Journalistin, die Hintergründe rauszufinden …

Leseprobe

Meine Meinung:
Auf das Buch war ich bereits in einigen Medien aufmerksam geworden und freute mich, als ich sah, dass die Autorin auf der Leipziger Buchmesse eine Lesung daraus halten wird. Diese spannende Lesung, verbunden mit diversen Hintergrundinformationen der Autorin, bewegte mich dazu, das Buch direkt vor Ort zu kaufen. Schließlich wollte ich schnellstmöglich wissen, wie die Story weitergeht.
Der Schreibstil ist klar, realistisch und liest sich sehr flüssig. Ich war sofort „in der Geschichte drin“. Und auch wenn sich verschiedene Erzählstränge abwechseln, habe ich nie „den Faden verloren“.
Der etwas andere Hauptprotagonist und die weiteren Charaktere überzeugen durchweg und zeigen die gute Recherchearbeit der Autorin. Und obwohl die Geschichte schon spannend beginnt, schafft sie es, im weiteren Verlauf den Nervenkitzel noch zu steigern bis hin zum dramatischen Finale. Durch einige „falsche Fährten“ glaubt man als Leser, Zusammenhänge zu erkennen, die sich dann doch nicht bewahrheiten.
Folgendes Zitat hat mir besonders gefallen, weil es eigentlich um etwas völlig logisches geht, was ich jedoch bisher in keinem Buch oder Film so mitbekommen habe:
„Die Voice-Mailbox! Wenn ich jemandem das Handy klaue, überlegt Milla, dann denke ich wohl kaum daran, den Ansagetext des Anrufbeantworters zu ändern.“
Fazit: ein Kriminalroman, den man nicht aus der Hand legen kann
Daher vergebe ich auf meiner Schulnoten-Skala eine 1+.

Freitag, 7. Juni 2019

Glück ist meine Lieblingsfarbe

… von Kristina Günak ist am 31.05.2019 als Taschenbuch bei Bastei Lübbe erschienen, hat 269 Seiten und kostet EUR 10,00 bzw. als E-Book EUR 4,99. Ich durfte das E-Book vorab in einer Leserunde der Lesejury lesen; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Juli lebt auf La Palma und ist sich noch nicht sicher, ob es nur eine kleine Auszeit ist oder doch für immer sein soll. Sie sucht noch nach dem Ziel in ihrem Leben.
Quinn ist das ganze Gegenteil: strukturiert, mit klaren Zielen und einer festen Existenz auf der Insel.
Als die beiden aufeinander treffen, passt es zunächst überhaupt nicht …

Meine Meinung:
Bereits das Cover strahlt eine Leichtigkeit aus, die sich im Buch fortsetzt, trotz der auch enthaltenen traurigen Momente. Es hat mich ein wenig an das Cover von „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ erinnert.
Kristina Günak hat hier wieder eine erfrischende Geschichte erschaffen; im Stil wie ich schon einige von ihr gelesen habe. Lediglich das Setting außerhalb Deutschlands war neu. Die sehr natürlichen Charaktere kann man mit allen Macken sowie liebenswerten Eigenschaften direkt vor sich sehen.
Sehr gut hat mir auch wieder die stellenweise enthaltene Situationskomik gefallen, die jedoch nie „schenkelklopfend“ daherkommt. Vielmehr habe ich dann immer beim Lesen vor mich hin geschmunzelt. Aber es gibt auch ein paar Lebensweisheiten im Buch, was ich sehr mag; z.B. „Hinter jedem Konflikt steht ein Bedürfnis“. Ich nehme an, dass der Autorin aus ihrer Tätigkeit als Mediatorin eine reichliche Fülle derartiger „Sprüche“ zur Verfügung steht.
Die Geschichte hat einfach genau die richtige Mischung an Liebe, Humor, skurrilen Protagonisten, traurigen Momenten und Realität und eignet sich auch durch das Setting ideal als Urlaubslektüre.
Eine meiner absoluten Lieblingsstellen ist die Aussage von Juli:
Für diesen Fall hatte ich stets Helmut bei mir. Mein mörderisches Pfefferspray.
Auf der LLC vorige Woche hatte ich dann die Möglichkeit, an einer Lesung der Autorin aus eben diesem Buch teilzunehmen. Obwohl ich die Geschichte ja bereits kannte, war es -wie immer- ein Vergnügen ihr zuzuhören. Falls also jemand die Gelegenheit bekommt, an einer Lesung von Kristina Günak teilzunehmen, ist mein Rat: nichts wie hin!
Fazit: eine unterhaltsame Leseempfehlung -nicht nur- für den kommenden Sommerurlaub
Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 2.

Dienstag, 4. Juni 2019

Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer

… von Jenny Colgan (Übersetzung Sonja Hagemann) ist am 04.06.2019 als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen, hat 464 Seiten und kostet EUR 11,00 sowie als E-Book EUR 9,99. Ich habe das E-Book vorab über NetGalley als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Auf der schottischen Insel Mure betreibt Flora ein kleines Café / Restaurant, das sowohl bei Touristen, als auch bei den Einheimischen sehr beliebt ist. Flora fühlt sich wohl auf dem Hof mit ihrem Vater und ihren drei Brüdern. Genauso genießt sie gemeinsame Zeit mit Joel, ihrem ehemaligen Chef und heutigen Freund. Nur ist dieser viel zu oft auf Geschäftsreisen und Flora fragt sich, ob er sie genauso vermisst, wie sie ihn …

Meine Meinung:
Das in Pastellfarben gestaltete, romantische Cover ist ansprechend, aber liegt eindeutig im derzeitigen Trend für Liebesromane, die in Urlaubsregionen handeln.
Genauso im Trend liegen die regionalen Rezepte am Ende des Buches.
Wie ich erst während der Lektüre mitbekommen habe, gibt es bereits ein erstes Buch über Flora und die Insel Mure. Jedoch ist es nicht unbedingt erforderlich, dieses zu kennen, denn alles Wichtige wird am Anfang kurz zusammengefasst. Und, um es gleich vorweg zu nehmen, das Ende dieses Buches hat so viele offene „Fäden“, dass von einem weiteren Buch auszugehen ist.
In der Geschichte gibt es neben Flora und Joel noch weitere Personen, deren Liebesleben und Zukunftspläne ebenfalls im Fokus stehen. Dies sind für meinen Geschmack jedoch zu viele, so dass ich beinahe das Gefühl hatte, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Es war, als ob die eigentliche Story zerfaserte. Mir ist nicht klar, warum die Autorin in diesen Liebesroman auch die Flüchtlingsproblematik eingearbeitet hat, nebst Bürokratiebeschreibungen. Dazu bremsten die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen ebenfalls meinen Lesefluss.
Fazit: weniger „Nebenschauplätze“ und dadurch Konzentration auf die wesentlichen Personen hätte der Story m.E. gut getan
Auf meiner Schulnoten-Skala kann ich daher lediglich eine 4 vergeben.