Sonntag, 19. Oktober 2014

Bluteis

... von Marc Ritter ist als Taschenbuch bei Droemer Knaur erschienen, hat 451 Seiten und kostet EUR 16,99. Ich habe es im Rahmen einer Leserunde direkt vom Autor über Lovelybooks bekommen.

Ich hatte es bereits im Juni begonnen zu lesen, bin aber irgendwie nicht dazu gekommen, die letzten rd. 120 Seiten auszulesen. Als ich das diese Woche endlich nachgeholt habe, war ich erstaunt, wie problemlos ich wieder in die Geschichte reingekommen bin. (Lag vielleicht auch daran, daß ich in der Zwischenzeit auch kein anderes Buch gelesen habe; Leseflaute sozusagen!)

Zum Buch:
Ein Pferderennen auf dem zugefrorenen St. Moritzsee artet in eine Katastrophe aus, als die Oberfläche des Sees durch Explosionen aufbricht und unter den hochrangigen Zuschauern Panik ausbricht. Dies ist die Ausgangssituation auf der das Buch aufbaut. Im weiteren Verlauf werden die Hintergründe dieses Anschlags beleuchtet und natürlich die Aufklärung betrieben.

Schon die ersten Kapitel bringen viele neue Informationen, die mich gleich auf den weiteren Verlauf neugierig gemacht haben. Schnell werden aus diesen "losen Fäden" weitere Verflechtungen und Zusammenhänge, die zusammen mit den neuen Details wieder Fragen aufwerfen. Immer, wenn ich dachte "ach, so ist das also", stellte sich heraus, daß hier niemand der ist, der er zu sein scheint; jeder hat ein Geheimnis! Zwischendurch werden immer wieder auch die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe beleuchtet. Dies hat meinen Lesefluß ein wenig ausgebremst, da es für meinen Geschmack zu viele Fakten auf einmal waren. Ein wenig später nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf und Teil 1 endet mit einem schönen Cliffhanger.
 
Im 2. Teil werden diverse Handlungsstränge verfolgt, sodaß man wirklich sehr aufmerksam und konzentriert beim Lesen sein muß. Sehr oft gibt es hier auch Bezugnahmen auf den vorherigen Roman, die mir (der ich den vorherigen nicht gelesen habe) ein wenig diffus vorkommen. Auch in diesem Abschnitt gibt es wieder einige Detailangaben, die zwar sehr gut gemacht sind, ich persönlich zugunsten des Leseflusses teilweise aber nur überflogen habe. Der Handlungsstrang baut wieder die Spannung so auf, daß man Teil 3 nicht erwarten kann.
 
Leider hat der 3. und letzte Teil der Story nicht ganz gehalten, was versprochen wurde. Die Geschichte „versandet“ zwischendrin ein wenig. Dies auch durch die wieder zu ausführliche Beschreibung einer Skitour mit Nennung von unzähligen Gebirgspässen. Der eigentliche Showdown wiederum kommt für meinen Geschmack zu überstürzt mit zum Teil skurrilen Begebenheiten. Die Schlußszene deutet auf einen Fortsetzungsroman hin.

 
Mein Fazit:

Das Buch hat durchaus sehr spannende Teile. Ist jedoch stellenweise mit zuviel Fakten / Informationen überfrachtet, die den Lesefluß stören. Diese stehen im Gegensatz zu einigen m.E. ziemlich unrealistischen Passagen.

Auf meiner Schulnoten-Skala kann ich daher nur eine 3-4 vergeben.

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