20 April 2026

Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart

• Autor*in: Marie-Louise Monrad Møller
• Verlag: Kanon
• Erscheinungsdatum: 17.03.2026
• Format: Hardcover
• Seiten: 288
• Preis: EUR 23,00

Ich habe das Buch vorab als Druckfahne / Rezensionsexemplar in Vorbereitung auf mein Interview auf der Leipziger Buchmesse über die Agentur Literaturtest erhalten; daher [WERBUNG].
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext:
Die Ich-Erzählerin ist zurück im Elternhaus. Schleswig-Holstein: Salzwiesen. Vogelschwärme. Windräder. Die Gegenwart wird zum Stillleben, während die Zeit rückwärtsläuft: Die dominante Mutter, evangelische Pastorin, die Pumps trägt zum Talar. Die von April bis Oktober auf Strümpfe verzichtet. Die heiße Kartoffeln stets mit den bloßen Fingern pellt. Die ihr Kind im Supermarkt vergisst. Die jetzt eine Echthaarperücke trägt und ihre eigene Beerdigung plant. – Wie geht vergeben, wenn nicht mehr viel Zeit bleibt?


Meine Meinung:

• Das Cover ist wirklich schlicht gehalten und ehrlich gesagt denke ich nicht, dass ich in der Buchhandlung deshalb zum Buch gegriffen hätte.

• Der Schreibstil ist echt und lebensnah. Die teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen haben sofort für Bilder in meinem Kopf gesorgt. So konnte ich mich an vielen Stellen gut in die Erzählerin hineinversetzen.

• Die Protagonisten werden stückweise passend beschrieben, so dass sich nach und nach ein klares Bild ergibt.

• Manche Kapitel haben bedrückende Empfindungen hinterlassen, so dass ich stellenweise Angst hatte, was wohl noch folgen würde. Andererseits gibt es viele Passagen, die einen unterschwelligen, manchmal recht schrägen Humor haben.

• Nach ca. einem Drittel des Buches hat mich die Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit ein wenig verwirrt, was sich im weiteren Verlauf jedoch wieder gelegt hat.

• Als Zitat habe ich ein Beispiel für den etwas schrägen Humor gewählt:
„… Sex mit einem Bestatter zu haben? Wenn jemand, der den ganzen Tag Tote anfäßt, mit seinen Händen deinen Körper berührt? ...“

• FAZIT: ein Buch, welches man sicher nicht „in einem Rutsch“ liest – aber eines, das nachhallt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen