Montag, 20. Januar 2014

Im wiedereröffneten Zoopalast

 … haben wir uns am Sonntag "The Wolf of Wallstreet" angesehen.

Zunächst zum Kino:
Auch wenn die Säle an sich neu ausgestattet wurden, haben jedoch der Eingangsbereich und der Vorraum weiterhin einen morbiden 60er-Jahre-Charme, was sicher dem Denkmalschutz geschuldet ist. Gut hat mir am Kinosaal (Nr. 4) gefallen, daß man von allen Plätzen aus sehr gut über den Vordermann hinwegsehen kann; egal, wie groß oder klein der Vordermann oder man selbst ist.
Sehr zu wünschen übrig ließ aber die Einlaßorganisation. Hier wurden die Besucher im Hauptvorraum bis ca. 10 Minuten vor Filmbeginn stehengelassen, obwohl es direkt vor den Eingängen zu den Kinos (Nr. 2, 3 und 4) einen weiteren Warte-/Vorraum gab. Da der Filmbeginn in zwei der Kinos zur gleichen Zeit (16.30 Uhr) angesetzt war –im dritten lag er bei 16.40 Uhr- standen die Wartenden bunt gemischt durcheinander. Als der Einlaß in den „kleinen“ Vorraum endlich begann, wurde den in erster Reihe Stehenden mitgeteilt, daß zunächst nur Kino 2 – Besucher durchtreten dürfen. Es gab keine offizielle Anzeige oder Ansage, diese Information mußte in Mund-zu-Mund-Propaganda von den Kinogästen weitergegeben werden.  -  Ich bin der Ansicht, daß derartige Organisationsprobleme zwei Monate nach der Wiedereröffnung nicht mehr bestehen dürften.

Aber jetzt zum Film:
Der Film ist erneut in der erfolgreichen Kombination Martin Scorsese (Regie) und Leonardo DiCaprio (Hauptdarsteller) entstanden und für 5 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch). Er basiert auf den Memoiren von Jordan Belfort, einem US-amerikanischen Aktienhändler der 80er-Jahre.

Mich hat zum einen Scorsese/DiCaprio gereizt (ich fand "Departed" sehr gelungen), und zum anderen die Story an sich ("Wallstreet" mag ich sehr).

Zunächst einmal: In meinen Augen kommt er an beide Filme nicht ran. Er ist sicher nicht schlecht, aber irgendwie „too much“: zu lang, zu überdreht, zu viel Drogen und zu viel Sex. Die erste Hälfte des Films hat mir noch recht gut gefallen und es gab auch einiges zu schmunzeln. Danach wurde es aber für meinen Geschmack zu abgehoben und abstrus. Ich denke, man hätte den Film auch kürzer machen können, ohne daß etwas von der Geschichte / der Botschaft verlorengegangen wäre. Der Drogenkonsum in diesem Film übertrifft bei weitem die „Cheech und Chong – Filme“ der 80er-Jahre, deren einziges Thema ja Drogen waren. Hinsichtlich des Anteils an nackter Haut und Sex wird zumindest so mancher Softporno übertroffen. Ob all das in diesem Ausmaß notwendig ist / war, ist fraglich. Dennoch denke ich, daß der Film in den Kinos erfolgreich wird.

Ich vergebe auf meiner Schulnoten-Skala jedoch nur eine 3-.

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