Montag, 13. November 2017

An der Ostsee sagt man nicht Amore

… von Katharina Jensen ist am 10.04.2017 als Taschenbuch bei Heyne erschienen, hat 318 Seiten und kostet EUR 9,99. Ich habe das Buch im Mai als Rezensionsexemplar erhalten, aber bin dann einfach nicht dazu gekommen, die Rezension auch zeitnah zu schreiben.

 
Zum Inhalt:

Als Anne am Tag ihrer Hochzeit mit Fabio ein Geheimnis entdeckt, welches er ihr verschwiegen hat, macht sie sich Hals über Kopf in ihrem kleinen Mini aus dem Staub – und zwar in ihrem Brautkleid. Sie will einfach nur weg von Fabio und weg aus Berlin. Und so entschließt sie sich, zu ihren Eltern nach Rügen zu fahren. Dort angekommen verlässt sie jedoch der Mut: wie soll sie ihren Eltern das erklären? Also fährt sie weiter bis zum Strand. Dort sitzt sie dann im Brautkleid, blickt in den Abendhimmel und gibt sich ihrem Elend hin. Als sie am nächsten Morgen erwacht, sieht sie nicht nur fürchterlich aus, sondern zu allem Unglück springt ihr Auto nicht mehr an. Der von seiner morgendlichen Arbeit zurückkehrende Fischer erscheint ihr daher wie ein Wink des Schicksals. Als sie ihn anspricht stellt sie fest, dass es sich um einen Jugendfreund handelt, den sie mal hat abblitzen lassen.
Zu einer Leseprobe geht es hier.

Meine Meinung:
Aufmerksam auf das Buch bin ich über eine Leseprobe geworden: und wieder eine Braut auf der Flucht. Das hat mich an „Crazy Sexy Love“ erinnert, allerdings mit der Handlung in bekannten Gefilden. Ich empfinde es so, dass Geschichten, die in einer mir bekannten Gegend spielen, irgendwie „realer“ sind, und darum lese ich sie recht gern. 
Die Charaktere sind wirklich sehr schön herausgearbeitet und ich konnte sie bildhaft vor mir sehen: 
  • Fabio, den temperamentvollen Italiener, der einen schon mit seiner Sprache und seinem italienischen Macho-Charme einwickelt
  • Fritz, den Fischer von der Ostsee, spröde und wortkarg, aber direkt und verlässlich
  • Anne, die zunächst in Selbstmitleid versinkt, aber dann beginnt, ihr Leben kritisch zu reflektieren
Die Story an sich ist zwar in gewisser Weise vorhersehbar, aber es gibt dennoch die eine oder andere kleine unerwartete Wendung. Ein großes Plus für mich war auch das gut eingearbeitete Lokalkolorit. Allerdings hätte ich die Hauptfigur, Anne, für manche ihrer Handlungen schütteln können, um sie zur Vernunft zu bringen. 
Kurzum habe ich hier einen leichten, unterhaltsamen „Liebesroman“ gefunden, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.

Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es daher eine 3.

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