Samstag, 8. August 2015

Spurensuche in Japan

"Wer ist Mr. Satoshi?" von Jonathan Lee ist am 22.06.2015 als Paperback im btb-Verlag erschienen, hat 317 Seiten und kostet EUR 14,99. Ich habe es als Rezensionsexemplar von vorablesen bekommen. Leider ist es durch den Poststreik erst in der zweiten Juli-Woche bei mir angekommen.



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Zum Inhalt:

Die Hauptperson in diesem Roman ist nicht „Mr. Satoshi“, sondern Robert Fossick, genannt Foss. Als seine Mutter plötzlich stirbt, bleibt der von diversen Ängsten und Neurosen geplagte Foss unter anderem mit einem Päckchen zurück, von dem seine Mutter unbedingt wollte, daß es ein „Mr. Satoshi“ erhält, dessen aktuelle Adresse unbekannt ist. Unter leichter Beeinflussung durch eine Mitbewohnerin seiner Mutter im Pflegeheim macht sich Foss schließlich auf dem Weg nach Japan, um das Päckchen zuzustellen.
 
Meine Meinung:
Anfangs erschien mir Foss mit seinen Macken und seinem Verhalten recht unsympathisch. Im Verlauf der Story, mit nach und nach mehr Hintergrundwissen ändert sich das. Er ist kein Protagonist wie sonst üblich, sondern mit Ecken, Kanten und Problemen. 
Ich habe ca. 1/3 des Buches gebraucht, bis ich mich mit dem Schreibstil angefreundet hatte. Dann ging es aber flüssig. Allerdings verwendet der Autor viele Fremdwörter / Fachbegriffe, deren Bedeutung ich erstmal nachschlagen bzw. googeln mußte. 
Sehr gefallen hat mir die Darstellung / Beschreibung des Aufeinandertreffens der Kulturen von Europa und Japan. Japan ist ohnehin ein sehr faszinierendes Land, finde ich. Ein typisch japanisches Zitat aus dem Buch, das mir gefallen hat, ist: „Ein Schüler geht sieben Schritte hinter seinem Lehrer, damit er nicht auf des Meisters Schatten tritt.“ 
Das Genre ist schwer einzuordnen: ein wenig Familiengeschichte, ein wenig Dokumentarisches, ein wenig über Land und Leute in Japan. Kurzum: Ich würde das Buch als Roman bezeichnen, auch das Wort Literatur paßt m.E. 
Das Buch ist nicht unbedingt Mainstream, aber hat mir (vielleicht gerade deshalb) gefallen, sodaß ich es auch weiterempfehlen würde.

Auf meiner Schulnoten-Skala vergebe ich eine 3.

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