Dienstag, 20. November 2018

Die Unsterblichen

… von Chloe Benjamin (Übersetzung Charlotte Breuer, Norbert Möllemann) ist am 29.10.2018 als Hardcover im btb-Verlag erschienen, hat 473 Seiten und kostet EUR 20,00. Ich hatte das Buch vorab als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten; komme aber leider erst jetzt dazu, meine Rezension zu schreiben.


Zum Inhalt:
In der New Yorker Lower East Side, im Sommer 1969, soll sich eine Frau aufhalten, die den Menschen ihren Todestag vorhersagen kann. Das hat zumindest der 11jährige Daniel Gold gehört. Also überredet er seine Geschwister Varya, Klara und Simon dazu, diese Frau aufzusuchen. Doch danach sind sie alle auf die eine oder andere Weise verstört und wollen diesen Besuch am liebsten wieder vergessen …

Eine Leseprobe findet Ihr h i e r .

Meine Meinung (ACHTUNG ENTHÄLT SPOILER):
Die Autorin hat hier aus einer interessanten Grundidee einen sehr intensiven Roman erschaffen. Der Erzählstil ist klar und sehr bildhaft. Das hat mir als Leser geholfen, mit den verschiedenen Ebenen und vielen Personen klar zu kommen. Durch die sehr lebensnahe Beschreibung der Geschwister und ihrer Gedankenwelt werden dem Leser verschiedene Perspektiven aufgezeigt und er wird zum Nachdenken angeregt. Ganz automatisch beschäftigt man sich mit der Frage, ob es hilfreich ist, den Zeitpunkt des Lebensendes zu kennen. 
Der Prolog mit dem Besuch der Geschwister bei der Wahrsagerin ist sehr gelungen und macht die Ängste der Kinder nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf steht in den einzelnen Abschnitten des Buches jeweils einer der vier mit der Entwicklung seines Lebens bis zum angekündigten Todesdatum im Vordergrund. Mit dem chronologischen Verlauf hat die Autorin auch immer das passende Zeitgeschehen mit verarbeitet, wodurch die Geschichte noch „echter“ wirkt. 
Es ist interessant, aber teilweise auch traurig zu sehen, wie unterschiedlich die Geschwister mit ihrem „Wissen“ umgehen. Manch einer nimmt es zum Anlass, sein Leben nicht von anderen bestimmen zu lassen, während ein anderer instinktiv die Prophezeiung zu „erfüllen“ scheint.  
Ich persönlich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich meinen Todeszeitpunkt (sowie den mir nahestehender Personen) nicht kennen möchte! Egal wie lange es u.U. noch hin wäre, würde es meine Gedanken beherrschen und mich irgendwie lähmen. 
Fazit: eine Mischung aus Familiengeschichte, Sittengemälde und Selbstfindung verpackt in einem intensiven Roman, den es sich zu lesen lohnt
Auf meiner Schulnoten-Skala vergebe ich eine 2.

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