Samstag, 21. Januar 2017

Herr S. bekommt Besuch

… von Patrick Hinz ist im Dezember 2016 als E-Book im Verlag Dotbooks erschienen, hat 225 Seiten und kostet derzeit EUR 0,99. Mir wurde das Buch von Verlag als Rezensionsexemplar angeboten.

 
Zum Inhalt:
Herr S. hält nichts von Gefühlen und begegnet aufkommenden Emotionen mit Sarkasmus. Er lebt allein, trotz diverser Damenbekanntschaften, und hat seit dem Tod von Vater und Bruder keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter. Doch eines Tages steht sie vor seiner Tür …

Eine Leseprobe findet Ihr auf der Verlagsseite .

Meine Meinung:
Ein flüssig zu lesender Schreibstil hat es mir leicht gemacht, den etwas seichten Beginn zügig hinter mir zu lassen. Im weiteren Verlauf hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und zum Nachdenken angeregt. Denn am Beispiel von „Herrn S.“ zeigt der Autor sehr subtil auf, wie sich fehlende Kommunikation innerhalb der Familie auf die einzelnen Mitglieder auswirken kann. Gerade im „engsten Kreis“ bleibt aus falsch verstandener Rücksicht so manches unausgesprochen – mit entsprechenden Konsequenzen. 
Im Buch wird dem Thema „Tod enger Familienangehöriger“ mit angemessenem Ernst, Aufarbeitung widersprüchlicher Emotionen, aber auch mit einer Prise Humor begegnet. Und gerade die humorigen Stellen haben mir geholfen, mich auf das Thema einzulassen, ohne mich dabei unwohl zu fühlen. 
Die Protagonisten haben alle ihre „Macken“, aber gerade das macht sie so lebendig und echt. Fast glaubt man, sie im wahren Leben zu kennen. Ich denke, der Autor hat eine gute Beobachtungsgabe und verwendet so einiges, was er sieht, um seinen Charakteren Profil zu geben. 
Erzählt wird die Story parallel in der Gedankenwelt von Herrn S. sowie in realen Handlungen. Die Übergänge sind zwar fließend, aber für den Leser gut zu erkennen und hemmen auch nicht den Lesefluss. 
Einziges Manko für mich war das Cover / Titelbild, welches m.E. überhaupt nicht zum Buch passt. (Aber vielleicht ist das auch eine Metapher für etwas in der Geschichte, was ich nicht verstanden habe?) 
Mein Fazit: Man muss sich auf das Buch einlassen, aber es lohnt sich.

Auf meiner Schulnoten-Skala vergebe ich eine 2.

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