01 Juli 2019

Mehr als die Erinnerung

… von Melanie Metzenthin ist am 14.05.2019 als Taschenbuch im Verlag Tinte & Feder erschienen, hat 374 Seiten und kostet EUR 9,99. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über die Agentur ehrlich & anders erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Auf Gut Mohlenberg werden 1920 psychisch kranke Menschen behandelt. Es ist jedoch keine geschlossene Anstalt, sondern hier wird durch Friederike von Aalen und ihrem Team versucht, den Menschen ein weitgehend selbständiges Leben zu ermöglichen. Einer der Patienten ist Friederikes Mann Bernhard, der im Krieg eine Hirnverletzung erlitten hat.
Eines Tages geschehen kurz hintereinander zwei grausame Morde und im Dorf ist man sich sicher, dass das nur einer der „Irren“ gewesen sein kann. Das bezweifelt Friederike und beginnt eigene Nachforschungen …

Meine Meinung:
Das Buch hat mich von Anfang an durch die ruhige Erzählweise gefesselt. Fein ausgearbeitete Personenbeschreibungen, nicht zu lange Kapitel und gleich am Beginn einige offene Fragen haben den Einstieg leicht gemacht.
Die Autorin hat es auf wunderbare Weise geschafft, Zeitgeschichtliches mit berührenden Momenten, Spannung und menschlichen Abgründen in eine stimmige Rahmenhandlung zu verpacken. Diese Geschichte wird sicher noch eine Weile „in mir nachhallen“.
Es ist schon erstaunlich, wie die Morde, trotz der grausamen Details, im Roman in den Hintergrund treten, und dagegen die Facetten menschlichen Lebens im Vordergrund bleiben. Auch wenn die Spannung durchweg spürbar ist, gibt es hier keine Effekthascherei, um den Leser „bei der Stange zu halten“. Ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen wollte, und gleichzeitig wollte ich nicht, dass es endet.
Fazit: eine absolute Leseempfehlung
Auf meiner Schulnoten-Skala muss ich einfach eine 1 vergeben.

28 Juni 2019

Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt

… von Susanne Rößner ist am 02.05.2019 im Piper Verlag erschienen, hat 352 Seiten und kostet als Taschenbuch EUR 10,00 bzw. als E-Book EUR 8,99. Ich habe das E-Book über NetGalley als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Eigentlich müsste Anna glücklich sein. Sie hat einen tollen Job, lebt mit ihrem Freund Lars in einer schönen Münchner Wohnung und jetzt hat er ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht. Nur … warum fühlt sich das alles auf einmal so falsch an? Kurzerhand nimmt Anna eine Auszeit und fährt nach Italien. Dort nimmt sie spontan eine Aushilfsstelle auf dem Weingut der Familie Endrici an und beginnt auf einmal lockerer zu werden. Doch dann taucht Lars dort auf …

Meine Meinung:
Sehr lebensnah und nachvollziehbar beschreibt die Autorin Annas Dilemma. Ich konnte mich sofort in die Protagonistin hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal schütteln wollte.
Sicher kann nicht jeder spontan eine Auszeit im Job nehmen, aber Annas Reise nach Italien macht aus diesem „Frauenroman“ gleichzeitig noch einen „Urlaubsroman“. Die Schilderungen aus „Bella Italia“ sind einfach wunderbar und sehr realistisch. Überhaupt: mit Italien, Wein und dem Trentino kann doch eigentlich nur eine gute Geschichte herauskommen.
Ganz bezaubernd finde ich, dass der Roman in weiten Teilen auf echten Personen beruht, wie die Autorin am Ende des Buches verrät.
Fazit: ein Wohlfühl-Sommer-Frauenroman, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann
Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 3+.

25 Juni 2019

Nur eine Prise Mord

… von Tanja Griesel ist im Oktober 2017 als E-Book bei dotbooks erschienen, hat 242 Seiten und kostet aktuell EUR 0,99. Es handelt sich hierbei um eine überarbeitete Neuauflage des Buches „Rothard“ von 2010 aus dem Verlag Hoffmann und Campe. Ich habe das E-Book vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Maxie Kaiser hat es geschafft, in ihrem Heimatdorf Rothard ein Gourmetrestaurant zu eröffnen. Das gefällt vielen Dorfbewohnern jedoch nicht. Als dann bekannt wird, dass ihr Restaurant in einer Fernsehshow des bekannten Kritikers Rolf Bauer vorgestellt werden soll, eskaliert die Situation …

Meine Meinung:
Die Titel der einzelnen Kapitel stellen eine Menü-Abfolge dar und jedes Kapitel beginnt mit einem entsprechenden Rezept. Das hat mir gut gefallen und meist Appetit gemacht. Überhaupt dreht sich im Buch viel ums Essen.
Auch die Beschreibungen des Dorfes und seiner, sagen wir mal, schrulligen Bewohner sind wirklich gut ausgearbeitet.
Allerdings fand ich es dem Lesefluss abträglich, dass sehr viel zwischen verschiedenen Sichtweisen und Zeitebenen hin- und hergesprungen wurde. Mir ist an so mancher Stelle dadurch Hintergrundwissen verloren gegangen, denn irgendwann habe ich es aufgegeben zurückzublättern.
Fazit: ein interessanter Ansatz, mit jedoch ein wenig unglücklicher Umsetzung
Auf meiner Schulnoten-Skala kann ich diesmal nur eine 4 vergeben.

22 Juni 2019

In ewiger Schuld

… von Harlan Coben (Übersetzung Gunnar Kwisinski) ist am 18.02.2019 als Taschenbuch bei Goldmann erschienen, hat 414 Seiten und kostet EUR 9,99. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über das Randomhouse Bloggerportal erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Maya, ehemalige Militärpilotin, zweifelt an ihrem Verstand, als sie auf ihrer Nanny-Cam sieht, wie ihre kleine Tochter mit ihrem Vater spielt. Doch Mayas Ehemann Joe wurde kürzlich ermordet. Sie beschließt daraufhin, den genauen Vorfällen, die zum Tod ihres Mannes geführt haben, auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss sie sich nicht nur ihrer eigenen Vergangenheit stellen, sondern auch in der von Joes schwerreicher Familie recherchieren …

Leseprobe

Meine Meinung:
Wie bereits die anderen Bücher, die ich von diesem Autor gelesen habe, beginnt die Geschichte zunächst recht unspektakulär, was sich jedoch schnell ändert. So gibt es immer wieder Stellen im Buch, die eine ganz alltägliche Situation schildern, aber dann irgendwie „aus dem Ruder laufen“.
Coben schafft es, die Spannung durch immer wieder neue Fährten zu steigern. Immer, wenn ich als Leser dachte, ein wenig durchatmen zu können, kam die nächste Überraschung.
Obwohl das Setting dieses Mal doch sehr „amerikanisch“ daherkommt, trifft der Autor mit den beschriebenen Problemfeldern im Kern m.E. den Nerv der Zeit.
Zwei Stellen aus dem Buch möchte ich noch zitieren. Da wäre zum einen folgende, in der sich wohl viele Leser wiedererkennen:
… dann öffnete sie ihre „Kabel-Schublade“. Wie die meisten Menschen, die sie kannte, warf Maya nie ein Netzgerät weg. Die Schublade war übervoll …
Und dann habe ich mich an dieser Stelle gefreut:
… Er setzte sich in einen Sessel in der Ecke, zog den neuen Roman von Anna Quindlen aus der Tasche und fing an zu lesen. …
Denn auch bei mir liegt ein Buch von Anna Quindlen und wartet darauf gelesen zu werden.
Fazit: ein, wie ich finde, typisches Harlan-Coben-Buch: spannend, atmosphärisch dicht, unblutig und mit einem unerwarteten Ende
Daher kann es nur wieder eine 1 auf meiner Schulnoten-Skala geben.

18 Juni 2019

Einer wird sterben

… von Wiebke Lorenz ist am 21.01.2019 als Taschenbuch im Verlag Fischer Scherz erschienen und gleich auf meine Wunschliste gewandert. Das Buch hat 345 Seiten und kostet EUR 14,99. Ich habe es dann im April d.J. erworben, da mir schon der vorherige Psychothriller ("Bald ruhest Du auch") dieser Autorin äußerst gut gefallen hat.


Zum Inhalt:
Stella ist allein zuhause, ihr Ehemann Paul ist als Pilot am anderen Ende der Welt unterwegs. Da bemerkt sie eines Tages ein Auto, das gegenüber von ihrem Haus parkt. Die zwei Personen darin scheinen sich nicht zu bewegen, sitzen einfach da. Tagelang steht das Auto da und beunruhigt die Anwohner der ruhigen Wohnstraße. Vor allem Stella wird nervös und denkt an eine Unfallnacht vor sechs Jahren …

Eine Leseprobe findet Ihr auf der Verlagsseite.

Meine Meinung:
Wie schon bei meinem ersten Buch von Wiebke Lorenz hat mich die von Beginn an vorhandene unterschwellige Spannung gefesselt und zugleich verwirrt. Aufgrund des Prologes hatte ich so einige Ideen, worauf die Geschichte hinausläuft. Aber die Autorin hat mich als Leser mehrfach auf eine falsche Spur geschickt. So war ich mir mit Fortschreiten der Story über die eigentliche Intention der Protagonisten völlig im Unklaren.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn an ein paar Stellen für meinen Geschmack zu viele nebensächliche Details beschrieben werden.
Das Ende kam für mich überraschend und war anders als ich erwartet hatte.
Fazit: ein relativ unblutiger Thriller, den es sich zu lesen lohnt
Ich vergebe auf meiner Schulnoten-Skala eine 2.

Schaut doch auch mal bei Jenny vorbei, die das Buch ebenfalls rezensiert hat.

10 Juni 2019

Blind

… von Christine Brand ist am 04.03.2019 als Taschenbuch bei Blanvalet erschienen, hat 443 Seiten und kostet EUR 15,00. Ich habe das Buch nach einer Lesung auf der LBM 2019 signiert erworben.


Zum Inhalt:
Nathaniel ist blind. Durch eine App, die anonym Blinde mit Sehenden verbindet, kann er u.a. Kleidungsstücke auswählen (lassen). Gerade als er auf diese Weise mit einer Frau telefoniert, hört er einen Schrei und die Verbindung wird abgebrochen. Er ist sicher, dass der Frau etwas zugestoßen ist, aber weder die App-Betreiber noch die Polizei nehmen ihn ernst. Da ihm die Angelegenheit keine Ruhe lässt, versucht er selbst zusammen mit einer befreundeten Journalistin, die Hintergründe rauszufinden …

Leseprobe

Meine Meinung:
Auf das Buch war ich bereits in einigen Medien aufmerksam geworden und freute mich, als ich sah, dass die Autorin auf der Leipziger Buchmesse eine Lesung daraus halten wird. Diese spannende Lesung, verbunden mit diversen Hintergrundinformationen der Autorin, bewegte mich dazu, das Buch direkt vor Ort zu kaufen. Schließlich wollte ich schnellstmöglich wissen, wie die Story weitergeht.
Der Schreibstil ist klar, realistisch und liest sich sehr flüssig. Ich war sofort „in der Geschichte drin“. Und auch wenn sich verschiedene Erzählstränge abwechseln, habe ich nie „den Faden verloren“.
Der etwas andere Hauptprotagonist und die weiteren Charaktere überzeugen durchweg und zeigen die gute Recherchearbeit der Autorin. Und obwohl die Geschichte schon spannend beginnt, schafft sie es, im weiteren Verlauf den Nervenkitzel noch zu steigern bis hin zum dramatischen Finale. Durch einige „falsche Fährten“ glaubt man als Leser, Zusammenhänge zu erkennen, die sich dann doch nicht bewahrheiten.
Folgendes Zitat hat mir besonders gefallen, weil es eigentlich um etwas völlig logisches geht, was ich jedoch bisher in keinem Buch oder Film so mitbekommen habe:
„Die Voice-Mailbox! Wenn ich jemandem das Handy klaue, überlegt Milla, dann denke ich wohl kaum daran, den Ansagetext des Anrufbeantworters zu ändern.“
Fazit: ein Kriminalroman, den man nicht aus der Hand legen kann
Daher vergebe ich auf meiner Schulnoten-Skala eine 1+.

07 Juni 2019

Glück ist meine Lieblingsfarbe

… von Kristina Günak ist am 31.05.2019 als Taschenbuch bei Bastei Lübbe erschienen, hat 269 Seiten und kostet EUR 10,00 bzw. als E-Book EUR 4,99. Ich durfte das E-Book vorab in einer Leserunde der Lesejury lesen; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Juli lebt auf La Palma und ist sich noch nicht sicher, ob es nur eine kleine Auszeit ist oder doch für immer sein soll. Sie sucht noch nach dem Ziel in ihrem Leben.
Quinn ist das ganze Gegenteil: strukturiert, mit klaren Zielen und einer festen Existenz auf der Insel.
Als die beiden aufeinander treffen, passt es zunächst überhaupt nicht …

Meine Meinung:
Bereits das Cover strahlt eine Leichtigkeit aus, die sich im Buch fortsetzt, trotz der auch enthaltenen traurigen Momente. Es hat mich ein wenig an das Cover von „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ erinnert.
Kristina Günak hat hier wieder eine erfrischende Geschichte erschaffen; im Stil wie ich schon einige von ihr gelesen habe. Lediglich das Setting außerhalb Deutschlands war neu. Die sehr natürlichen Charaktere kann man mit allen Macken sowie liebenswerten Eigenschaften direkt vor sich sehen.
Sehr gut hat mir auch wieder die stellenweise enthaltene Situationskomik gefallen, die jedoch nie „schenkelklopfend“ daherkommt. Vielmehr habe ich dann immer beim Lesen vor mich hin geschmunzelt. Aber es gibt auch ein paar Lebensweisheiten im Buch, was ich sehr mag; z.B. „Hinter jedem Konflikt steht ein Bedürfnis“. Ich nehme an, dass der Autorin aus ihrer Tätigkeit als Mediatorin eine reichliche Fülle derartiger „Sprüche“ zur Verfügung steht.
Die Geschichte hat einfach genau die richtige Mischung an Liebe, Humor, skurrilen Protagonisten, traurigen Momenten und Realität und eignet sich auch durch das Setting ideal als Urlaubslektüre.
Eine meiner absoluten Lieblingsstellen ist die Aussage von Juli:
Für diesen Fall hatte ich stets Helmut bei mir. Mein mörderisches Pfefferspray.
Auf der LLC vorige Woche hatte ich dann die Möglichkeit, an einer Lesung der Autorin aus eben diesem Buch teilzunehmen. Obwohl ich die Geschichte ja bereits kannte, war es -wie immer- ein Vergnügen ihr zuzuhören. Falls also jemand die Gelegenheit bekommt, an einer Lesung von Kristina Günak teilzunehmen, ist mein Rat: nichts wie hin!
Fazit: eine unterhaltsame Leseempfehlung -nicht nur- für den kommenden Sommerurlaub
Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 2.

04 Juni 2019

Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer

… von Jenny Colgan (Übersetzung Sonja Hagemann) ist am 04.06.2019 als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen, hat 464 Seiten und kostet EUR 11,00 sowie als E-Book EUR 9,99. Ich habe das E-Book vorab über NetGalley als Rezensionsexemplar erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Auf der schottischen Insel Mure betreibt Flora ein kleines Café / Restaurant, das sowohl bei Touristen, als auch bei den Einheimischen sehr beliebt ist. Flora fühlt sich wohl auf dem Hof mit ihrem Vater und ihren drei Brüdern. Genauso genießt sie gemeinsame Zeit mit Joel, ihrem ehemaligen Chef und heutigen Freund. Nur ist dieser viel zu oft auf Geschäftsreisen und Flora fragt sich, ob er sie genauso vermisst, wie sie ihn …

Meine Meinung:
Das in Pastellfarben gestaltete, romantische Cover ist ansprechend, aber liegt eindeutig im derzeitigen Trend für Liebesromane, die in Urlaubsregionen handeln.
Genauso im Trend liegen die regionalen Rezepte am Ende des Buches.
Wie ich erst während der Lektüre mitbekommen habe, gibt es bereits ein erstes Buch über Flora und die Insel Mure. Jedoch ist es nicht unbedingt erforderlich, dieses zu kennen, denn alles Wichtige wird am Anfang kurz zusammengefasst. Und, um es gleich vorweg zu nehmen, das Ende dieses Buches hat so viele offene „Fäden“, dass von einem weiteren Buch auszugehen ist.
In der Geschichte gibt es neben Flora und Joel noch weitere Personen, deren Liebesleben und Zukunftspläne ebenfalls im Fokus stehen. Dies sind für meinen Geschmack jedoch zu viele, so dass ich beinahe das Gefühl hatte, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Es war, als ob die eigentliche Story zerfaserte. Mir ist nicht klar, warum die Autorin in diesen Liebesroman auch die Flüchtlingsproblematik eingearbeitet hat, nebst Bürokratiebeschreibungen. Dazu bremsten die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen ebenfalls meinen Lesefluss.
Fazit: weniger „Nebenschauplätze“ und dadurch Konzentration auf die wesentlichen Personen hätte der Story m.E. gut getan
Auf meiner Schulnoten-Skala kann ich daher lediglich eine 4 vergeben.

28 Mai 2019

Bleib doch, wo ich bin

… von Lisa Keil ist am 23.01.2019 als Taschenbuch im Fischer Verlag erschienen, hat 330 Seiten (zzgl. einer 20seitigen Leseprobe aus dem Folgeband) und kostet EUR 9,99. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über „Buchflüsterer“ erhalten; daher [WERBUNG].


Zum Inhalt:
Kaya lebt in einem kleinen Dorf und fühlt sich dort richtig wohl. Sie vergöttert ihre Nichte Millie und kann daher nicht „nein“ sagen, als diese sie bittet, sich in der Schule für ihre Mutter auszugeben. Als Businessfrau verkleidet und mit einer Brille ihrer Schwester trifft Kaya dann auf den neuen Klassenlehrer ihrer Nichte, um deren Vergehen abzumildern. Da Kayas Schwester / Millies Mutter sich bisher erfolgreich um Elternabende etc. gedrückt hat, fällt der Schwindel nicht auf. Nur konnte Kaya mit der ausgeliehenen Brille kaum etwas erkennen, so ahnt sie nicht, dass der gutaussehende junge Mann auf dem Scheunenfest Millies Lehrer ist …

Eine Leseprobe findet Ihr auf der Verlagsseite.

Meine Meinung:
Schon das Cover macht durch die frühlingshafte Farbgestaltung gute Laune. Und das setzt sich auch im Roman fort.
Die Autorin hat sympathische Protagonisten geschaffen, die man förmlich vor sich sieht. Bis hin zu den Nebenfiguren wirken alle sehr realistisch und man glaubt, an der einen oder anderen Stelle jemanden wiederzuerkennen. Die Eigenarten der Personen sind nicht überzeichnet und machen das Ganze daher „rund“.
Natürlich spielt die Autorin mit den Stadtmensch – Landmensch – Klischees, aber dies sehr gekonnt. Die dadurch entstehende Situationskomik hat mich an vielen Stellen beim Lesen vor mich hin schmunzeln lassen. Ich würde das Buch sogar als Liebeskomödie einordnen.
Zwei Stellen möchte ich noch kurz zitieren:
  • Lasse denkt sich ziemlich zu Beginn der Geschichte: … Von wegen Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei. … Meiner Meinung nach ist dies eine weit verbreitete Meinung über Lehrer auf den Punkt gebracht.
  • Und später erklärt er Kaya: … Die Wahrheit ist selten das, was leichtfällt. Aber sie ist das Einzige, was hilft. … Ich weiß nicht, ob das ein Zitat ist oder von der Autorin selbst so formuliert wurde, aber diese Aussage birgt viel Lebensweisheit.
Fazit: ein Buch, das mich gut unterhalten hat und auf dessen Fortsetzung ich nun warte
Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 2.

26 Mai 2019

Die LitBlog Convention 2019

... fand letzte Woche Samstag in Köln statt. Veranstaltungsort war wieder das Verlagsgebäude von Bastei Lübbe und Ausrichter waren die Verlage Bastei Lübbe (nebst der Imprints be, one, LYX und Lübbe Audio), Diogenes, Dumont Kalender, Kiepenheuer & Witsch sowie Droemer Knaur.

Ich habe zum zweiten Mal teilgenommen und mich erst recht kurzfristig dazu entschieden, da mir der Termin dieses Jahr eigentlich nicht so gelegen kam. Im Nachhinein bin ich jedoch sehr froh, mich dafür entschieden zu haben: Es war eine abwechslungsreiche Convention.

Da diese Veranstaltung ausschließlich für Blogger (auf allen üblichen sozialen Medien) ist, unterscheidet sich das Programm von anderen Conventions dadurch, dass es keine Lesungen gibt, sondern Workshops und Gespräche / Vorträge über Hintergrundinformationen über Verlagsabläufe, Autorenleben, Recherche etc. Darüber hinaus ist es auch eine gute Möglichkeit in Kontakt mit Autoren, Verlagsmitarbeitern und anderen Bloggern zu kommen, also sein Netzwerk weiter auszubauen.

Aufgrund der Entfernung zu Berlin reise ich stets Freitag an und Sonntag zurück, um den Conventiontag in vollen Zügen genießen zu können. In diesem Jahr hatte ich Freitag sogar ein wenig Zeit zum Sightseeing



sowie für einen kurzen Stopp im Hard Rock Cafe


bevor ich mich am Abend zum Essen beim Japaner mit Janine von "Frau Hemingway", Jule von "Jules Leseecke", Silke von "Was Silke liest" und Susanne vom Diogenes-Verlag traf. Es war ein sehr netter und kommunikativer Abend!

Für den Samstag stand ich dann vor dem "Problem", mir aus den jeweils 5 - 6 parallel laufenden Veranstaltungen eine auszusuchen. (Ja, ja ich weiß, Luxus-Problem! 😉)

Gleich nach der Ankunft am Veranstaltungsort gab es zunächst das obligatorische Armband und eine richtig schwere Goodie-Bag. Doch bevor ich diese näher in Augenschein nehmen konnte, wurde ich schon herzlich von Kristina Günak begrüßt. Gleich darauf gab es ein Wiedersehen mit Jenny ("Eulenmatz liest"), Heike ("Frau Goethe liest") sowie Janine, Jule und Susanne. Außerdem habe ich mich gefreut, "Vielleser18" persönlich kennenzulernen, die ich bisher nur via Instagram kannte.

  • Nach einem Kaffee und ein wenig Smalltalk habe ich mich dann auf den Weg zu meiner ersten Veranstaltung mit Kristina Günak und Victoria Bindrum zum Thema Glück gemacht, die sehr unterhaltsam war.
  • Mein zweiter Programmpunkt "Verlage, Autoren und jede Menge Prosecco" drehte sich um die Organisation von Buchmessen. Leider war der Vortrag nicht so amüsant, wie es der Titel versprach.
  • Nach der Mittagspause mit belegten Brötchen und Cupcakes bin ich auf Empfehlung zu einer Autorenvorstellung "Joey Goebel, Kultautor aus der amerikanischen Provinz" gegangen. Von dem Autor hatte ich vorher noch nichts gehört, aber die Vorträge der Lektorin Anna von Planta sollten mitreißend sein. Ich wurde nicht enttäuscht: mit viel Begeisterung und Leidenschaft brachte uns Frau von Planta den Autor und seine Bücher näher, so dass ich nun auch vorhabe, zumindest eines zu lesen.
  • Danach führte mich mein Plan zu einer Gesprächsrunde über Storytelling mit der Krimiautorin Katja Bohnet. Das Thema wurde zwar m.E. hier "verfehlt", aber die sehr impulsive Autorin lies die Teilnehmer mit Gefühlen zwischen amüsiert bis genervt zurück. Und obwohl sie ihr eigenes Buch gespoilert hat, wollte ich doch ein signiertes Exemplar mein eigen nennen.
  • Die letzte Runde führte mich zu einem moderierten Gespräch mit der Übersetzerin Gertraude Krueger über ihre Arbeit für die Romane von Julian Barnes. Es war äußerst interessant, zu erfahren, wie viel Mühe und Zeit in einer Literaturübersetzung steckt. Eine sehr bemerkenswerte Frau.
Nach dem abschließenden Get Together habe ich den Tag dann noch mit Jenny, Heike sowie Kerstin von "Kerstins Kartenwerkstatt" beim Italiener Revue passieren lassen.

Zurück im Hotel habe ich mich nur noch mal kurz an den sechs neuen Büchern sowie den anderen Goodies erfreut, bevor ich müde ins Bett gefallen bin.

Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder nach Köln fahren! 💖