22 Mai 2023

Besser spät als nie

... geht es mit meinem Bericht von der Leipziger Buchmesse weiter. In diesem Fall mit dem Samstag, meinem dritten Messetag.

Da mein erster Termin das Blogger-Event vom Dumont-Verlag um 11 Uhr war, konnte ich es beim Frühstück etwas ruhiger angehen lassen, zumal ich aus den Erfahrungen der Vorjahre vorhatte, direkt vom Hotel mit einem Taxi zur Messe zu fahren. Es dauerte zwar eine ganze Weile bis das vom Hotel gerufene Taxi ankam, dafür hatte der Taxifahrer von seiner Zentrale den Tipp bekommen, von "hinten" ans Messegelände zu fahren, da auf der normalen Zufahrt alles verstopft war.

Es war die erste Bloggerveranstaltung vom Dumont Verlag und ich hoffe, es werden noch viele folgen! Torsten Woywod, Liesa und Johanna haben das Ganze sehr souverän moderiert, die Vorschau auf das kommende Programm war gut und nicht zu lang gewählt, die anwesenden Autoren, Ewald Arenz und Caroline Wahl, haben interessante Einblicke gegeben und die Goodiebag bot neben Nervennahrung vielversprechende Lektüre.


Ich hatte mich für den Samstag mit Jenny verabredet und wir haben uns bereits bei Dumont getroffen. Danach haben wir im Rahmen von #litloveontour ein Gespräch von Günter Keil mit Caren Benedict verfolgt.
Anbetracht der Tatsache, dass das Gedränge in den Hallen immer größer wurde, haben wir uns nur noch ganz gezielt in Halle 3 ein wenig umgeschaut, bevor Jenny rechtzeitig zum Bahnhof (Die Ärmste war am Samstagmorgen angereist und fuhr auch am Nachmittag wieder zurück.) und auch ich lieber ein wenig in der Stadt bummeln wollte.

Mein Plan war im Hotel ein wenig zu chillen, dann etwas essen zu gehen, um rechtzeitig zur ersten von zwei Abendveranstaltungen vor Ort zu sein - so weit, so gut. Jedoch waren fast ausnahmslos alle Restaurants bis hin zu MacD knüppeldicke voll. Also gab es zunächst kein Essen, sondern stattdessen ein wenig Sightseeing (und Shopping).

So konnte ich mich dann rechtzeitig anstellen, um in der Alten Handelsbörse Martin Walker anläßlich des 15. Bruno-Romans im Gespräch mit Shelly Kupferberg zu lauschen. Zum Abschluß gab es sogar eine Gesangseinlage von Martin Walker auf französisch!

Danach ging es schnurstracks zu Hugendubel, wo Thomas Hermanns sein Buch "Sexy Sixty" vorstellte. Ehrlich gesagt bin ich nicht gerade ein Fan von Herrn Hermanns, aber das Buch klang amüsant und so war diese Veranstaltung dann auch!


Bevor ich todmüde ins Bett gefallen bin, gab es erst noch einen kleinen Imbiß im Hotel sowie anschließend einen Negroni als Absacker.

21 Mai 2023

Wirbel um die Komtess

… von Hannah Conrad ist am 11.05.2023 im Heyne Verlag erschienen, hat 512 Seiten und kostet EUR 13,00. Es ist der dritte Band der "Lilienpalais-Reihe", die vier Bücher umfasst. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vorab über das Randomhouse Bloggerportal erhalten; daher [WERBUNG].
Zum Inhalt der Klappentext:
Augenscheinlich ist Isabella von Seybach bereit für die kommende Ballsaison. Bereit für atemberaubende Kleider, rauschende Feste und die Suche nach einem Ehemann. Insgeheim schmiedet sie aber ganz andere Pläne: Sie will ihre Leidenschaft für das Theater ausleben! Als Rudolf Heiland, Hofschauspieler und der wohl begehrenswerteste Mann Münchens, Isabella seine verruchte und aufregende Welt zeigt, kann sie nicht widerstehen. Ihr engster Vertrauter Leopold von Löwenstein plant inzwischen seine eigene Zukunft – ohne Isabella. Das weckt Gefühle in ihr, die sie lange vor sich selbst versteckt hat. Isabella muss sich entscheiden. Für was – und vor allem für wen – schlägt ihr Herz wirklich?

LESEPROBE

Meine Meinung:
Auch wenn die einzelnen Bände unabhängig voneinander gelesen werden können, ist es definitiv schöner, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Ansonsten bin ich auch hier wieder von der ersten Seite an mittendrin gewesen, im München des 19. Jahrhunderts. Es geht um die Einschränkungen für bestimmte Personengruppen und die Zwänge innerhalb der „besseren Gesellschaft“; aber auch um mutige Frauen und Männer, die versuchen, trotzdem ihren Weg zu gehen / ihren Traum zu leben.
Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben, so dass ich sie auch ohne Verfilmung vor mir gesehen habe. Gleichermaßen kommen die Gedanken und Gefühlen direkt bei mir an. Hierbei hilft es, dass die Kapitel abwechselnd aus der Perspektive von Isabella oder von Leopold erzählt werden.
Richtig gut gefallen hat mir der Ausdruck, dass der englische Koch im Herrenclub die zur Teatime gereichten Sandwiches „bavarisiert“ hat.
Fazit: mein Lieblingsband dieser Reihe und ich freue mich schon auf Band 4
Hier gibt es auf meiner Schulnoten-Skala eine 1.

18 Mai 2023

TTT - Top Ten Thursday

Diese Aktion gibt es schon seit 2011 und wird inzwischen von Alexandra alias Aleshanee organisiert.


Heute lautet das Thema: Zeige uns 10 Bücher mit einem roten Cover
Wider Erwarten musste ich doch ganz schön suchen und im Endeffekt auch auf Wunschbücher zurückgreifen.
  • "Schuld war nur der Mistelzweig" von Judy Astley (meine Rezension)
  • "The Maid" von Nita Prose (meine Rezension)
  • "Ein Tor zu Eurer Welt" von Aaron Wahl (meine Rezension)
  • "Ein fast perfekter Tag" von Lisa Straubinger (meine Rezension)
  • "Das rote Adressbuch" von Sofia Lundberg 💓 (meine Rezension)
  • "Kammerflimmern und Klabusterbeeren" von Rafael Eigner schmort schon ewig auf meinem Kindle
  • "Fake" von Arno Strobel ist ein Wunschlistenbuch
  • "Die drei Schwestern" von Jung Chang liegt seit Mitte 2020 auf meinem SuB
  • "Die wunderbaren Freunde der Miss Kate" von Monica Gutierrez steht ebenfalls auf meine Wunschliste
  • "Stille blutet" von Ursula Poznanski ist ein Wunschlistenbuch; ich weiß, dass bereits der Folgeband erschienen ist

Kennt Ihr etwas davon? Oder habt Ihr eine Meinung zu den noch nicht gelesenen Büchern?

15 Mai 2023

Glück ist da, wo man es hinträgt

… von Kristina Günak ist am 28.04.2023 im Lübbe Verlag erschienen, hat 320 Seiten und kostet EUR 11,00 bzw. als E-Book EUR 4,99. Ich habe das E-Book vorab als Rezensionsexemplar über die Lesejury erhalten; daher [WERBUNG].
Zum Inhalt der Klappentext:
Katharina zögert nicht, als ihr Bruder Simon sie eines Nachts zu Hilfe ruft. Nach einem schweren Sturz kann er sich nicht um die Event-Agentur kümmern, und Promihochzeiten warten nicht. Doch gern kehrt sie nicht zurück auf das heimische Gut, so idyllisch es auch ist. Zu viele schlechte Erinnerungen hängen daran. Seither hat sie sich mit ihrer Tochter ein eigenes Leben aufgebaut, fern von Glanz und Glamour. Kaum angekommen trifft Katharina auf Leonard von Bredow, der alles verkörpert, was sie hasst. Leider entpuppt sich Leonard als wahre Stütze in der Krise und wächst ihr mehr ans Herz, als ihr lieb ist. Und wie heißt es so schön? Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann ...

Meine Meinung:
Wie immer schafft es die Autorin, dass ich sofort in der Geschichte drin bin und mit den Protagonisten fühle. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und die Story beginnt gleich mit einem „großen Knall“. So will man als Leser unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Insgesamt die die Figuren sehr authentisch und real beschrieben. Sie haben ihre Ecken und Kanten sowie einige „Macken“ und das macht sie so lebendig. Die Handlungen sind stimmig und irgendwie passen auch die auftretenden Probleme ins Gesamtbild. Ich bin immer wieder von der guten Beobachtungsgabe von Kristina Günak beeindruckt. Sie versteht es, Alltagssituationen so in ihre Bücher einzuarbeiten, dass man das Gefühl hat „ja, das ist mir (oder Freund xy) auch schon passiert“.
Frau Günak schreckt auch vor schweren Themen nicht zurück, aber geht damit behutsam um. Auch hier ist sicher einiges an Recherchearbeit notwendig gewesen. Dennoch halten sich Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit hervorragend die Waage.
Es gab viele Stellen, die ich hätte zitieren können; entschieden habe ich mich für:
„… In etwas so Einfachem wie Joghurt sollten wohl keine Dinge sein, deren Namen ich nicht aussprechen konnte. …“ 😊
Kurzum: mit Büchern von Kristina Günak liegt man nie falsch, aber dieses empfehle ich besonders gern weiter
So gibt es auf Schulnoten-Skala eine 1.

08 Mai 2023

Mein Tag 2 auf der Leipziger Buchmesse 2023

Nach einer nicht ganz so problemlosen Nacht (Kissen war ungewohnt, Bettdecke zu warm und der Digitalwecker zu hell) konnte ich den Tag in aller Ruhe beim Frühstück beginnen. Der Frühstücksraum im Hotel war sehr gut besucht, was sich jedoch kurz nach 9.00 Uhr änderte. Ich musste keine Eile an den Tag legen, denn mein erster "Termin" war ein Treffen der #litlovebloggerinnen .
Es war schön Anya, Bettina und Susanne endlich mal wieder live zu sehen.

Die Hallen waren jetzt bereits deutlich gefüllter als am Donnerstag und so war ich froh, dass ich mir zwischen den einzelnen geplanten Veranstaltungen jeweils ein größeres Zeitpolster eingebaut hatte.

Ich hatte mir meist zwei bis drei Alternativen vorgemerkt, um mich ggfs. aufgrund der Fülle oder Entfernung spontan umentscheiden zu können, ohne vorher das Programm zu Rate ziehen zu müssen. Es war aber eine gute Entscheidung bei meiner ersten Wahl "Crimethrill live" zu bleiben. Die Autoren haben wirklich gut miteinander interagiert, so dass es sehr kurzweilig und z.T. auch äußerst amüsant wurde. Mir hat es besser gefallen als letztes Jahr in Frankfurt!

Am Nachmittag habe ich dann aber eine "falsche" Wahl getroffen. Die Lesung, für die ich mich entschieden hatte, entsprach so gar nicht dem, was ich erwartet hatte, so dass ich sie vorzeitig verlassen habe.

Meine Pläne für den Abend habe ich schließlich auf Anregung von Anya aufgegeben, um mit ihr und dem "Büchertreff" einen entspannten Abend unter Büchverrückten in der "Milchbar Pinguin" zu verbringen.

07 Mai 2023

Die Leipziger Buchmesse 2023 - ein Rückblick auf Tag 1

Jetzt ist es bereits eine Woche her, dass ich aus Leipzig von der Buchmesse zurückgekommen bin. Und noch immer zehre ich von den vielen Eindrücken, Gesprächen und Lesungen.

Mein Zug war pünktlich, so dass ich kurz mein Gepäck im Hotel abstellen konnte, bevor ich rechtzeitig zur Öffnung an der Messe war. Sogar die Fahrt mit der Straßenbahn war auf Anhieb möglich, da am Donnerstag noch nicht der ganz große Andrang herrschte.
Nachdem ich mich ein wenig orientiert und umgeschaut habe, ging es direkt zur ersten Lesung aus "Herr Heinlein und die Leichen im Keller" mit Stephan Ludwig. Das Buch klang interessant, weshalb ich es auf meiner Wunschliste hatte. Eine Lesung nebst Gespräch sollte mir näheren Einblick geben. Danach habe ich das Buch jedoch von der Liste gestrichen.

Da diese Veranstaltung länger ging als angekündigt, habe ich es nicht zur nächsten laut meinem Plan geschafft. Also habe ich die Zeit genutzt, um mich weiter umzusehen. Dabei bin ich bei einem sehr interessanten Gespräch über die Zusammenarbeit zwischen Autor*in und Lektor*in hängengeblieben. -> Das sind die Momente, die ich auf einer Messe mag: Dinge, die sich spontan ergeben!

Ich habe dann noch die sympathische Sarah Saxx getroffen, die mir ihr neuestes Buch signiert hat.


Am Nachmittag habe ich mich dann auf den Weg in mein Hotel gemacht, wo ich mein Zimmer beziehen konnte; denn ich wollte am Abend unbedingt zur Krimiclub-Lesung im Landgericht, von der ich schon viel Gutes in den Vorjahren gehört hatte. Nach einem frühen Abendessen im "Cafe Madrid" hieß es dann am Landgericht anstehen. Aber es hat sich gelohnt: Die Räumlichkeiten waren beeindruckend und die Lesungen sehr ausführlich.

Danach ging es für mich schnurstracks ins Hotel und dort ins Bett. - Man ist halt keine 20 mehr! 😜

04 Mai 2023

TTT - Top Ten Thursday

Diese Aktion gibt es schon seit 2011 und wird inzwischen von Alexandra alias Aleshanee organisiert.


Heute lautet das Thema: Zeige uns 10 Bücher, deren Titel mit dem Buchstaben M beginnt (vorzugsweise ohne Der, Die, Das)
Dieses Mal habe ich insgesamt auf ältere Bücher zurückgegriffen.
  • "Mindexx" von Dr. Katharina Stock (meine Rezension)
  • "Mehr als die Erinnerung" von Melanie Metzenthin (meine Rezension), die Fortsetzung steht schon seit längerem auf meiner Wunschliste
  • "Mit Opa am Canal Grande" von Susanne Fülscher (meine Rezension)
  • "Mein Herz so schwarz" von Jenny Blackhurst (meine Rezension)
  • "Mondscheinblues" von Katrin Koppold (meine Rezension)
  • "Mallorquinische Leiche zum Sa Rua" von Susan Carner (meine Rezension)
  • "Muchachas - Tanz in den Tag" von Katherine Pancol (meine Rezension)
  • "Manchmal muss es eben Mord sein" von Frida Mey (meine Rezension)
  • "Mädchendurst" von Tino Leibig (meine Rezension)
  • "Mord am Campus" von Susan Carner (meine Rezension)


  • Kennt Ihr vielleicht eines der Bücher? Oder sagt Euch zumindest einer der Autoren etwas?

    26 April 2023

    Erinnere Dich

    … von Max Reiter ist am 26.04.2023 im Verlag FISCHER Scherz erschienen, hat 336 Seiten und kostet EUR 4,99 als E-Book bzw. EUR 16,00 als Paperback. Ich habe das E-Book vorab als Rezensionsexemplar über NetGalley erhalten; daher [WERBUNG].
    Zum Inhalt den Klappentext:
    Was hast du mit ihr gemacht? Du bist für ihren Tod verantwortlich. ERINNERE DICH!
    20 Jahre ist es her, dass die Abiturientin Maja bei einer Wanderung spurlos verschwand. 20 Jahre, in denen ihr Freund Arno Seitz jede Erinnerung an das traumatische Ereignis verdrängt hat.
    Jetzt kommt beim Abiturtreffen vieles wieder hoch – Bilder, Gefühle, längst Vergessenes. Die Freunde von damals beschließen, den Wanderweg noch einmal gemeinsam zu gehen. Und jemand, der sich nicht zu erkennen gibt, zwingt Arno, sich endlich seinen Erinnerungen zu stellen.
    Er hat Maja als Letzter gesehen. Er weiß genau, wo sie an jenem Morgen waren. Er hat sie in die Höhle gelockt. Aber was ist dann passiert?


    Meine Meinung:
    Der Schreibstil war gut lesbar war und auch der Beginn der Geschichte hat neugierig gemacht. Es wurden im weiteren Verlauf viele verschiedene Spuren aufgezeigt, denen ich als Leser auch gefolgt bin. Und obwohl sich vieles nur im Kopf der Hauptfigur abspielte, habe ich den roten Faden nicht verloren.
    Die folgende Aussage finde ich, gerade heutzutage, sehr stimmig:
    „ … Weil das die Art ist, wie wir Menschen denken. Wir stellen Zusammenhänge her. Interpretieren. Das macht uns anfällig für Fehldeutungen und Manipulation. ...“
    Nach gut zwei Dritteln ist die Geschichte aus meiner Sicht jedoch gekippt. Es wurde zu viel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie zwischen Realität und Einbildung gewechselt. Das hat mich zwar nicht verwirrt, aber ermüdet. Ich bin dann eigentlich nur dran geblieben, weil ich die Auflösung dieses Verwirrspiels wissen wollte.
    Fazit: eine interessante Grundidee, die mich jedoch in der Umsetzung nicht richtig überzeugt hat
    Auf meiner Schulnoten-Skala vergebe ich eine 3.

    23 April 2023

    Traumfrau mit Ersatzteilen

    … von Amelie Fried ist am 31.08.2022 im Heyne-Verlag erschienen, hat 416 Seiten und kostet EUR 17,00 bzw. als E-Book 12,99. Ich bin über einen Verlags-Newsletter auf das Buch aufmerksam geworden und habe dann das E-Book als Rezensionsexemplar über das Randomhouse Bloggerportal erhalten; daher [WERBUNG].
    Zum Inhalt den Klappentext:
    Sechzig werden? Eine Zumutung für Traumfrau Cora Schiller, die ihren runden Geburtstag am liebsten ignorieren würde. Aber plötzlich wollen alle von ihr wissen, welche Träume sie sich erfüllen möchte, bevor es zu spät ist. Ein Start-up gründen? Den Kilimandscharo besteigen? Dabei wünscht sie sich eigentlich nur, dass alles so bleibt, wie es ist. Als sie eine schockierende Mitteilung erhält, wacht Cora auf und begreift: Leben ist das, was passiert, während man gerade andere Pläne hat.

    Meine Meinung:
    Leider ist das Buch (obwohl es ein Rezensionsexemplar war) ein wenig in meinem SuB untergegangen, so dass ich es viel zu lange habe liegenlassen.
    Es war mein erstes Buch dieser Autorin und mich hat erstaunt, wie außerordentlich authentisch sie die Story erzählt. Es liest sich fast wie eine von diesen TV-Sendungen, wo Leute mit der Kamera über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Sehr vieles kam mir aus meinem eigenen Leben oder dem meines Umfelds bekannt vor. (Ob das nun vorteilhaft ist oder nicht sei dahingestellt. 😁)
    Ich bin flüssig durch die Geschichte gekommen und habe mir so viele Stellen / Zitate markiert, wie bisher selten. Hier kommen zumindest zwei davon:

    … Tatsächlich hatte ich meinen Kleidungsstil im Laufe der Jahre völlig verändert. Früher hatte ich hohe Schuhe und eng anliegende Kleidung getragen, die meine körperlichen Vorzüge betonten. Seit die Vorzüge sich in Problemzonen verwandelt hatte, war mir mein Aussehen immer weniger wichtig. ...

    … Für das meiste Unglück gibt es zwar eine Ursache, aber keinen Grund. ...
    Wenn im Buch auch ernste Themen angesprochen werden, passiert das stets mit einer großen Sensibilität, was ich dann als angenehm empfinde. Überhaupt merkt man, dass die Autorin über Lebenserfahrung und vor allem über eine gute Beobachtungsgabe verfügen muss.
    Fazit: Das Buch hat mich gut unterhalten und ich überlege, auch die Vorgängerbücher zu lesen.
    So gibt es auf meiner Schulnoten-Skala eine 2.

    18 April 2023

    Ein Graf auf Abwegen

    … mit dem Untertitel „Das Lilienpalais“ von Hannah Conrad ist am 15.02.2023 im Heyne Verlag erschienen, hat 384 Seiten und kostet EUR 13,00. Es ist der zweite Band der "Lilienpalais-Reihe", die vier Bücher umfassen wird. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über das Randomhouse Bloggerportal erhalten; daher [WERBUNG].
    Zum Inhalt den Klappentext:
    Maximilian von Seybach ist Arzt aus Leidenschaft. Sein größter Wunsch ist es, besonders den Ärmsten der Gesellschaft zu helfen. Das passt ganz und gar nicht zu den ehrgeizigen Plänen seiner Familie. Als er erfährt, dass seine Großmutter bereits eine Ehe mit der wohlhabenden Sophie de Neuville arrangiert hat, ist er außer sich vor Wut. Heimlich hat Maximilian schon lange ein Auge auf die schöne und kluge Louisa geworfen. Das Problem: Louisa ist Dienstmädchen im Hause von Seybach. Er will nicht riskieren, dass sie ihre Stellung verliert, aber gegen seine Gefühle ist er machtlos. Unaufhaltsam kommen sie sich immer näher. Doch für ihre Liebe gibt es keinen Platz in der Gesellschaft. Und Maximilians Heirat mit Sophie steht kurz bevor …

    LESEPROBE

    Meine Meinung:
    Ich habe mich sehr gefreut, ins „Lilienpalais“ zurückzukehren und denke, man sollte die einzelnen Bände schon in der richtigen Reihenfolge lesen, da sonst bestimmte Zusammenhänge nicht ganz eindeutig sind.
    Auch in diesem Band ist mir wieder aufgefallen, dass sich viel um Sex dreht (wenn auch in Umschreibungen wie „beieinander liegen“), was mir als recht ungewöhnlich detailliert für Regency-Romane erscheint.
    Die seinerzeit sehr strikten Regeln sowie die Klassenunterschiede kommen sehr deutlich zum Ausdruck. So waren arrangierte Ehen wohl eher die Regel als die Ausnahme. Mir wurde auch wieder bewusst, dass das Lesen können keineswegs in der Bevölkerung verbreitet war: Die Gouvernante Nanette muss einer Hausangestellten einen Brief der Mutter vorlesen, den diese wiederum von jemand anderem hat schreiben lassen. Aus heutiger Sicht erschreckend.
    Der ausgeprägte Dialekt der Köchin ist mir aufgefallen und ich habe mich gefragt, ob das in Band 1 auch schon so war und ich es nur überlesen habe?
    Jedenfalls habe ich mich gut unterhalten gefühlt und werde natürlich auch die Folgebände lesen, denn das Rätsel um Nanette ist für mich nur noch größer geworden.
    Fazit: wirklich unterhaltsam
    Auf meiner Schulnoten-Skala gibt es eine 2.